Usutu-Virus grassiert weiter unter Vögeln in Deutschland | Wissen & Umwelt | DW | 24.08.2018
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Wissen & Umwelt

Usutu-Virus grassiert weiter unter Vögeln in Deutschland

Auch in diesem Jahr sind in Deutschland wieder zahlreiche Vögel an dem afrikanischen Usutu-Virus verendet. Übertragen wird die Krankheit durch Stechmücken. Amseln sind am schlimmsten betroffen.

Mit der Hitzewelle tritt auch das Usutu-Virus wieder vermehrt in Deutschland auf. Der Erreger, der durch Mücken übertragen wird, führte in den letzten Jahren immer wieder zu einem Vogelsterben. Vor allem in den Sommermonaten treten Infektionsfälle gehäuft auf, weil sich die Mücken, die das Virus übertragen, schneller vermehren. 

Dieses Jahr konnte das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin das Virus bisher in 43 Vogelkadavern aus zehn Bundesländern nachweisen. 132 Verdachtsfälle hatten die Mediziner untersucht. Allerdings dürfte die Dunkelziffer deutlich höher liegen. 

Mehr als im letzten Jahr 

Dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) wurden bislang rund 1500 Verdachtsfälle gemeldet, davon ein Großteil im August. "Die 2018 bisher gemeldeten Fälle übertreffen die Zahlen aus den Vorjahren deutlich, was für ein besonders starkes Auftreten und für einen Verbreitungssprung des Virus spricht", erklärte NABU-Fachmann Lars Lachmann. 

1380 Verdachtsfälle hatte der NABU für das ganze Jahr 2017 in Deutschland registriert. Das Bernhard-Nocht-Institut hatte im letzten Jahr 130 aufgefundene tote Vögel auf das Virus untersucht und konnte es in 45 Fällen nachweisen. 

Erstmals 2001 in Europa aufgetreten

Das Usutu-Virus stammt aus der Region um den Usutu-Fluss in Swasiland, zwischen Südafrika und Mosambik. Dort wurde es erstmals 1959 entdeckt. In Europa trat es 2001 bei Vögeln in Österreich auf. In den folgenden Jahren gab es dann auch Infektionen in Ungarn, der Schweiz und Italien. 

Seit 2011 grassiert das Virus in Deutschland. Damals hatten Tiermediziner die erste große Erkrankungswelle festgestellt.

Nach einigen Jahren mit wenigen Fällen gab es dann 2016 erneut eine Epidemie, die vor allem Amseln betraf. Etwa 600 tote Vögel wurden damals gefunden.

Das Usutu-Virus wird durch Stechmücken übertragen. Aufgrund der feuchten und warmen Witterung im Spätsommer vermehren sie sich dann besonders stark. Deshalb kam es bereits 2017 und auch 2018 vermutlich zu der weiteren Zunahme von Infektionen, sagen die Vogelschützer.

Die meisten Verdachtsfälle kamen 2017 aus Nordrhein-Westfalen. Dort gab es damals mehr als 500 tote Vögel. Weitere je 100 Meldungen stammten aus Baden-Württemberg und Sachsen. Jetzt zeichnet sich eine Ausbreitung des Virus nach Norden ab.

Auch Menschen können sich mit dem Usutu-Virus infizieren. Meist ist der Krankheitsverlauf glimpflich. Bei Menschen mit Immunschwäche kann es aber zu Fieber, Kopfschmerzen, Hautausschlag und in seltenen Fällen zu einer Gehirnentzündung führen. 

fs/gh (dpa)

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