Ustascha-Treffen: Kroatische Zeitung veröffentlicht Reporter-Steckbriefe | Pressemitteilungen | DW | 31.05.2019
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Pressemitteilungen

Ustascha-Treffen: Kroatische Zeitung veröffentlicht Reporter-Steckbriefe

Die kroatische Zeitung Hrvatski Tjednik zeigt auf der Titelseite der Ausgabe vom 23. Mai Fotos von fünf Reportern, die über die jährliche Versammlung rechtsextremer Gruppen in Bleiburg/Österreich berichtet hatten.

Der Autor bezeichnet die Medienvertreter als „Feinde des Kroatentums“. Hrvatski Tjednik nennt auch die Medien, für die die fünf Journalisten tätig sind: Tanja Malle (Ö1), Srecko Matic (Deutsche Welle), Olivera Stajic (Standard), Krsto Lazarevic (Welt, Deutsche Welle, Republik) und Danijel Majic (Frankfurter Rundschau). Die Reporter seien Teil der „jungkommunistischen Internationale, die das Gedenken in Bleiburg nicht verhindern konnte“, heißt es im Text. 

Die beiden DW-Korrespondenten werden seither in den Sozialen Medien regelrecht verfolgt und haben zahlreiche unmissverständliche Drohungen erhalten. Einer der anderen Reporter war in Bleiburg von Teilnehmern des Treffens verbal und körperlich angegriffen worden. Das Einschreiten der österreichischen Polizei war notwendig, um Schlimmeres zu verhindern. 

DW-Intendant Peter Limbourg: „Diese öffentliche Brandmarkung unserer Kolleginnen und Kollegen ist nicht hinnehmbar. Journalisten haben die Aufgabe zu informieren. Die Berichterstattung über in diesem Fall rechtsradikale Tendenzen mitten in Europa ist ein Pflichtthema. Diese Veröffentlichung kann nur als gefährliche Bedrohung der Journalisten gewertet werden und ist ein Angriff auf die Pressefreiheit, dem wir gemeinsam und entschlossen begegnen müssen.“

Die DW prüft rechtliche Schritte gegen die kroatische Zeitung Hrvatski Tjednik. 

Die Zusammenkunft am Loibacher Feld bei Bleiburg in Kärnten ist umstritten und gilt als eines der größten Faschisten-Treffen in Europa. Tausende Menschen – Rechtsextreme, aber auch trauernde Angehörige – gedenken jedes Jahr den kroatischen Opfern des „Massakers von Bleiburg“ im Mai 1945.