USA wollen Truppen in Afghanistan fast halbieren | Aktuell Asien | DW | 29.08.2019
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Friedenskonferenz für Afghanistan

USA wollen Truppen in Afghanistan fast halbieren

Die USA und die Taliban haben sich offenbar auf einen teilweisen US-Truppenabzug geeinigt. Dennoch will Präsident Trump vorerst weiter US-Soldaten in nennenswerter Zahl im Land halten. Der Grund: Angst vor Terrorismus.

Afghanistan Zabul - U.S. Soldat (picture-alliance/dpa/ISAF)

US-Soldat in Afghanistan (Archivbild)

"Wir werden auf 8600 Soldaten runtergehen, und dann von dort aus festlegen, wie es weitergeht", sagte Donald Trump in einem Interview bei Fox News Radio. Weitere Einzelheiten nannte er nicht. Trump machte jedoch klar, dass es keine Option sei, die US-Präsenz in Afghanistan komplett aufzugeben. "Wir müssen ein Auge auf Afghanistan haben", mahnte er. "Wir werden unsere Präsenz deutlich reduzieren", sagte Trump, betonte aber zugleich, er werde nicht den Fehler machen, den die vorherige US-Regierung im Irak gemacht habe mit dem kompletten Abzug der amerikanischen Truppen.

USA Fort Myer Trump Rede Afghanistan Strategie (Getty Images/M. Wilson)

Stellt Truppenabzug aus Afghanistan in Aussicht: US-Präsident Donald Trump

Nach dem Abzug der Amerikaner aus dem Irak hatte sich die Terrororganisation "IS" dort ausgebreitet. Auch mit Blick auf Afghanistan gibt es Befürchtungen, dass Terroristen dort wieder vermehrt Fuß fassen könnten, wenn internationale Truppen das Land verlassen. Einem ranghohen Sicherheitsbeamten in Kabul zufolge haben sich die Taliban mit den USA auf einen Zeitrahmen für den Teilabzug der US-Truppen von etwa 14 bis 24 Monaten verständigt.

Ziel innerafghanische Friedensgespräche

Mit Blick auf die Gespräche zwischen den USA und den Taliban sagte er, man komme einem Abschluss näher. Er könne aber nicht sagen, ob es am Ende eine Einigung geben werde. "Ich weiß nicht, ob es dazu kommt." Die Gespräche sollen später in innerafghanische Friedensgespräche münden. Bisher hatten sich die Taliban geweigert, mit der Regierung in Kabul zu sprechen, die sie als "Marionette" des Westens betrachten. Auch ein Waffenstillstand ist Thema. Der Sprecher des politischen Büros der Taliban, Sohail Schahin, hatte auf Twitter geschrieben, die Gespräche stünden kurz vor einem Abschluss. Man hoffe, bald gute Nachrichten überbringen zu können.

Die USA und die Taliban sprechen seit Juli 2018 über eine politische Lösung des bald 18 Jahre dauernden Konflikts in Afghanistan. Den Taliban geht es vor allem um den Abzug der US-Truppen.

Derzeit sind rund 14.000 amerikanische Soldaten in dem Land. Den USA wiederum geht es vor allem um Garantien der Taliban, dass Afghanistan nicht wieder zu einem Rückzugsort für Terroristen wird.

Flugzeugentführungen- New York 9/11/2011 (Getty Images/Primera Hora/J. Jimenez)

Attentat auf das World Trade Center im September 2001

Die Amerikaner hatten nach den Flugzeugattentaten von Al-Kaida in den USA am 11. September 2001 Truppen in das Land verlegt. Al-Kaida hatte damals seine Zentrale in Afghanistan.

Trump verfolgt seit langem das Ziel, die Zahl der US-Truppen in Afghanistan zu reduzieren, ebenso in anderen internationalen Einsätzen. Er verfolgt generell den Kurs - und hat dies seinen Anhängern versprochen, möglichst viele US-Soldaten in die Heimat zurückzuholen und die Rolle der USA als "Weltpolizist" zu beenden.

NATO - ISAF-Truppe in Afghanistan (picture-alliance/dpa/M. Gambarini)

Deutscher Soldat der ISAF-Truppe in Afghanistan

Das Vorgehen der Amerikaner, der militärischen Leitnation in Afghanistan, ist in dieser Frage aber auch und gerade für internationale Partner von Bedeutung, die ebenfalls Soldaten an den Hindukusch geschickt haben. Deutschland etwa führt dort mit mehr als 1250 Soldaten den größten Auslandseinsatz der Bundeswehr.

cgn/qu (dpa, rtr)

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