USA wollen Edward Snowden den Geldhahn zudrehen | Aktuell Welt | DW | 17.09.2019
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"Permanent Record"

USA wollen Edward Snowden den Geldhahn zudrehen

Dass die Memoiren des Ex-NSA-Mannes ein Bestseller werden, scheint nahezu sicher - dass der Autor daran gut verdient, jedoch nicht. Den Vereinigten Staaten sind die Honorare ein Dorn im Auge.

Die US-Regierung beansprucht die Einnahmen ihres früheren Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden aus dessen Memoiren für sich. Das Justizministerium reichte eine entsprechende Zivilklage bei einem US-Bundesgericht ein. Gegen Snowden, der seit sechs Jahren im russischen Exil lebt, liegt in den USA wegen seiner einstigen Enthüllungen über die Praktiken der Geheimdienste bereits eine Spionage-Anklage vor, die eine jahrzehntelange Haftstrafe zur Folge haben könnte.

In seiner jetzigen Klage wegen Snowdens Buch "Permanent Record: Meine Geschichte" argumentiert das Justizministerium, der Autor habe mit der Publikation gegen Geheimhaltungsverpflichtungen verstoßen, die er einst bei der CIA und der NSA unterzeichnete. Zudem hätte er sein Buch diesen Behörden vorab zur Prüfung vorlegen müssen.

USA: Keine Bereicherung auf unsere Kosten

Das Justizministerium erklärte, es wolle die Verbreitung des Buches nicht stoppen. Stattdessen sollten alle für Snowden bestimmten Einnahmen aus dem Verkauf an das Ministerium fließen. "Wir werden nicht zulassen, dass einzelne Personen sich auf Kosten der Vereinigen Staaten bereichern", heißt es in der Klage.

Edward Snowden über sein Buch - Liveübertragung (picture-alliance/dpa/J. Carstensen)

Zugeschaltet aus Russland: Edward Snowden auf einer Video-Leinwand der Berliner Bildungseinrichtung Urania

Die Autobiografie des 36-Jährigen war an diesem Dienstag auch in Deutschland erschienen. Das Buch ist sehr persönlich gehalten und schildert seine Beweggründe, die massiven Überwachungspraktiken der US-Geheimdienste zu enthüllen.

Nach seiner Veröffentlichung Tausender geheimer Dokumente war Snowden 2013 über Hongkong geflüchtet und in Russland gestrandet, wo sein Asyl inzwischen bis 2020 verlängert wurde. In Interviews in den vergangenen Tagen sagte er, dass er gern ein Asylangebot eines anderen Landes annähme, etwa aus Deutschland oder Frankreich. Er erklärte sich auch bereit, in die USA zurückzukehren, falls er einen fairen Gerichtsprozess garantiert bekomme. Dies ist nach seiner Darstellung aber bislang nicht der Fall.

jj/nob (dpa, afp)

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