USA und Südkorea üben den Schulterschluss | Aktuell Welt | DW | 22.05.2021
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Diplomatie

USA und Südkorea üben den Schulterschluss

Die Vereinigten Staaten und Südkorea sind wegen des nordkoreanischen Atomwaffenprogramms "sehr besorgt". Es müsse eine diplomatische Lösung geben, betonten US-Präsident Biden und sein südkoreanischer Kollege Moon.

USA PK Moon Jae-in und Joe Biden

Ganz auf einer Linie: Südkoreas Präsident Moon Jae In (l.) und US-Präsident Joe Biden

In Gesprächen mit Pjöngjang wolle man versuchen, "die Spannungen zu verringern. Ziel sei eine Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel", sagte US-Präsident Joe Biden. Er fügte allerdings hinzu: "Wir machen uns keine Illusionen darüber, wie schwierig das ist."

Biden kündigte zudem die Ernennung eines Nordkorea-Gesandten an. Für den Posten ist der US-Diplomat Sung Kim vorgesehen. Der südkoreanische Präsident Moon Jae In begrüßte bei seinem Besuch in Washington die Ernennung des Sondergesandten und den Willen der US-Regierung, sich auf diplomatischem Weg um die Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel zu bemühen. Man wolle einen nachhaltigen Frieden erreichen.

Ein "eisernes" Bündnis

Biden sicherte zu, den Kurs gegenüber Nordkorea eng mit Südkorea abzustimmen. Das "eiserne" Bündnis der Vereinigten Staaten mit Südkorea bezeichnete er als den "Dreh- und Angelpunkt für Frieden, Sicherheit und den Wohlstand" in der Region.

Zugleich beschlossen beide Staaten, noch bestehende Richtlinien bei der Raketenentwicklung aufzuheben. Moons Sicherheitsberater sprachen von einer Wiederherstellung der "Raketen-Souveränität". Wie Südkorea die Vereinbarung konkret umsetzen will, ist offen.

Die Richtlinien gingen auf ein Abkommen von 1979 zurück, wonach Südkorea die Reichweite seiner Raketen auf anfangs 180 Kilometer beschränken musste, um im Gegenzug Technik aus den USA zu beziehen. Angesichts des verschärften Konflikts um das Nuklearprogramm Nordkoreas wurden die Beschränkungen seither mehrfach gelockert.

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Die USA und Südkorea wollen Pjöngjang zur Aufgabe seines Atomwaffenprogramms bewegen. Nordkorea ist deswegen internationalen Sanktionen unterworfen und diplomatisch weitgehend isoliert.

Das Treffen mit Moon war wegen der Corona-Pandemie erst der zweite Besuch eines ausländischen Staats- oder Regierungschefs im Weißen Haus seit Bidens Amtsantritt Ende Januar. Im April hatte Biden Japans Ministerpräsidenten Yoshihide Suga empfangen.

Impfstoff für Südkoreas Armee

Bei Moons Besuch in Washington wurde auch eine umfangreiche Lieferung von Corona-Impfstoff vereinbart: Die USA stellen der Regierung in Seoul Impfdosen für das südkoreanische Militär zur Verfügung. Dabei gehe es um rund 550.000 Soldaten, sagte Biden. Dies sei auch im Interesse der US-Streitkräfte. Die Vereinigten Staaten haben in Südkorea Tausende Soldaten stationiert.

Die US-Regierung rechnet damit, Ende Mai genügend Impfstoff für alle rund 330 Millionen Menschen im eigenen Land zu haben. Rund 60 Prozent der Erwachsenen in den USA haben bereits eine Impfdosis erhalten, knapp 50 Prozent sind vollständig geimpft. Der Datenbank Our World in Data zufolge haben in Südkorea dagegen erst sieben Prozent der rund 52 Millionen Einwohner mindestens eine Impfung erhalten.

haz/jj/wa (dpa, rtr)