USA und Japan schließen Handelsabkommen | Aktuell Welt | DW | 07.10.2019
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Handelsbeziehungen

USA und Japan schließen Handelsabkommen

Jetzt ist es offiziell: Die USA und Japan haben ein Handelsabkommen unterzeichnet, auf das sich beide Länder nach monatelangen Verhandlungen verständigt hatten. Ein wichtiger Bereich wurde allerdings ausgespart.

Washington Unterzeichung Handelsabkommen zwischen USA und Japan (Reuters/K. Lamarque)

US-Präsident Donald Trump applaudiert nach der Unterzeichnung des neues Handelsabkommens

US-Präsident Donald Trump ist zufrieden: Gute Handelsbeziehungen der größten und drittgrößten Volkswirtschaft der Welt seien entscheidend für den Wohlstand beider Nationen, sagte er im Weißen Haus. Trump und Japans Ministerpräsident Shinzo Abe hatten die grundsätzliche Einigung auf das Abkommen für die Sektoren Landwirtschaft und Digitales Ende September am Rande der UN-Vollversammlung in New York bekanntgegeben. Trump sprach damals von einem "phänomenalen Deal", der vor allem "ein großer Sieg" für die US-Landwirte sei. 

Die Verträge sollen den gegenseitigen Warenaustausch weiter ankurbeln. Dem Abkommen zufolge können die USA dank niedrigerer  oder abgeschaffter Zölle künftig mehr landwirtschaftliche Produkte wie Rindfleisch, Mais, Weizen und Wein nach Japan exportieren. Im Bereich digitale Wirtschaft wurde unter anderem vereinbart, keine Zölle auf Produkte wie Software, E-Books, Spiele und Musik zu erheben.

Keine Einigung im Automobilsektor  

Die nach rund sechs Monaten Verhandlungen abgeschlossenen Verträge regeln aber nicht die gesamten Handelsbeziehungen. Auf ein Abkommen, das auch den wichtigen Automobilsektor einschließen würde, konnte man sich bislang noch nicht einigen. Die US-Regierung hat Japan mit hohen Strafzöllen auf Autoimporte gedroht. Japanische Autobauer wie Toyota und Honda gehören zu den größten Unternehmen des exportorientierten Landes.

Freihandelsabkommen EU - Japan JEFTA (picture-alliance/dpa/K. Mayama)

Der Containerhafen in Tokio - Japan ist nach den USA und China die weltweit drittgrößte Volkswirtschaft

Mit einem Warenaustausch in Höhe von insgesamt 218 Milliarden US-Dollar war Japan für die USA der viertgrößte Handelspartner. Das Handelsbilanzdefizit belief sich 2018 auf knapp 70 Milliarden Dollar. Die USA importierten aus Japan Waren im Wert von 142 Milliarden Dollar, darunter vor allem Autos, Maschinen und Elektrogeräte. Im Gegenzug führte Japan Waren im Wert von 75 Milliarden Dollar aus den Vereinigten Staaten ein. Davon entfielen 13 Milliarden Dollar auf amerikanische Landwirtschaftsprodukte. Japan war damit 2018 der drittgrößte Exportmarkt für US-Agrarprodukte.

nob/jj (dpa, ap, rtr, www.census.gov)

Die Redaktion empfiehlt