USA stoppen Ausrüstung türkischer Kampfjets | Aktuell Welt | DW | 01.04.2019
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Rüstung

USA stoppen Ausrüstung türkischer Kampfjets

Im Streit über den Kauf eines russischen Luftabwehrsystems haben die USA die Lieferung von Zubehör für F-35-Kampfjets an die Türkei auf Eis gelegt. Ankara hat sich bislang unbeeindruckt von der Kritik der USA gezeigt.

Ein F-35-Jet (Archivbild)

Ein F-35-Jet (Archivbild)

Aus Unmut über die geplante Installierung eines umstrittenen russischen Raketenabwehrsystems in der Türkei hat die US-Regierung die Auslieferung von Material für F-35-Kampfjets an Ankara vorerst gestoppt. Solange die türkische Regierung nicht auf das russische Luftabwehrsystem S-400 verzichte, würden die Auslieferungen und Aktivitäten rund um die F-35-Jets zunächst ausgesetzt, teilte das Verteidigungsministerium in Washington mit. Die Vereinigten Staaten hätten klar gemacht, dass der Erwerb des S-400-Systems durch die Türkei inakzeptabel sei. 

Es ist der erste konkrete Schritt der USA, die Lieferung der Jets an den NATO-Verbündeten zu unterbinden. Das Pentagon betonte zugleich, dass der Dialog in dieser Frage weitergehe. Stellungnahmen türkischer Vertreter liegen noch nicht vor.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan (l.) mit Russlands Staatschef Wladimir Putin (Archivbild)

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan (l.) mit Russlands Staatschef Wladimir Putin (Archivbild)

Die Türkei hat mit der Regierung in Moskau den Kauf von S-400-Raketensystemen zur Flugabwehr vereinbart. Zugleich will Ankara von den USA F-35-Kampfjets beziehen, gegen die das S-400-System theoretisch eingesetzt werden könnte. Die Türkei will das russische Luftabwehrsystem ab Oktober einsatzbereit haben. Damit würde sich die Türkei als erstes NATO-Mitglied auf das russische Waffensystem stützen, das als inkompatibel mit NATO-Systemen beschrieben wird. 

Das S-400-System vor einer Parade in Moskau (Archivbild)

Das S-400-System vor einer Parade in Moskau (Archivbild)

Der Ankauf des Systems aus Russland ist seit längerem ein großer Streitpunkt zwischen der Türkei und den USA. In einer Analyse des Magazins "The National Interest" hieß es im Juli, eine große Sorge der Amerikaner sei die "Vermischung" des russischen Produkts mit den amerikanischen Jets. Wenn die Türkei beides habe, könne sie testen, wie gut das Abwehrsystem gegen die Fähigkeiten der Jets abschneide - Daten, die Russland über die Türkei dann auch bekommen könnte.

Die Regierung in Ankara hat die Kritik der NATO-Verbündeten an dem 2017 angekündigten Geschäft zurückgewiesen. Sie will die Raketen im Juli entgegennehmen.

stu/wa (rtr, dpa)
 

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