USA setzen Militärhilfen für Rebellen aus | Aktuell Nahost | DW | 02.11.2013
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Aktuell Nahost

USA setzen Militärhilfen für Rebellen aus

Die USA sollen Druck auf syrische Rebellen ausgeübt haben. Um sie zur Teilnahme an der geplanten Genfer Syrienkonferenz zu bewegen, wurden die Militärhilfen vorläufig eingestellt. Ob der Plan Erfolg hat, ist fraglich.

Betroffen sind die Rebellen der Freien Syrischen Armee (FSA). "Anfang Oktober wurde uns mitgeteilt, dass die USA der FSA keine Waffen oder sonstige Hilfen mehr geben werden", sagte Abu Ahmed al-Hurani, Kommandant eines FSA-Bataillons in Südsyrien und Verbindungsoffizier zu westlichen Militärs, der Nachrichtenagentur dpa in Amman.

Dies wurde von US-Geheimdienstkreisen in Amman bestätigt. Die einstweilige Einstellung der Waffenhilfen solle die Rebellen dazu bringen, an der Ende November geplanten Genfer Syrienkonferenz teilzunehmen, hieß es.

Große Vorbehalte Gegen Genf-2

Im syrischen Oppositions- und Aufständischen-Lager herrschen noch große Vorbehalte gegen die von den USA und Russland forcierten Friedensgespräche. Vor allem befürchtet man, mit einer Teilnahme das Regime des syrischen Machthabers Baschar al-Assad zu legitimieren, ohne dass im Gegenzug greifbare Zugeständnisse - etwa der Rücktritt Assads - auf dem Tisch lägen. Das Oppositionsbündnis Syrische Nationale Allianz will am 9. November bei einem Treffen in Istanbul über eine Teilnahme an den sogenannten Genf-2-Gesprächen entscheiden.

Die Aufständischen bleiben jedoch nicht ohne Waffennachschub. Für die Amerikaner springen Saudi-Arabien und andere Golfstaaten ein. Deren Rüstungslieferungen gehen jedoch nicht nur an die moderate, weltliche FSA, sondern auch an sunnitische Extremisten und Dschihadisten.

Rückschläge im Kampf gegen das Regime

Im Kampf gegen die Regime-Truppen mussten die Rebellen zuletzt einige Rückschläge hinnehmen. Am Samstag bombardierte die syrische Luftwaffe zudem eine Stadt südlich von Damaskus. "Kampfflugzeuge haben Gegenden von Sbeineh getroffen, während Truppen des Regimes die Stadt mit Granaten beschossen", erklärte die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Der Angriff sei Teil einer Offensive der Streitkräfte, um den Aufständischen einen Geländestreifen südlich von Damaskus zu entreißen und unter ihre Kontrolle zu bringen.

Assads Truppen belagern seit Monaten Orte im Süden der Hauptstadt, die von den Rebellen gehalten werden. Weil keine Hilfslieferungen möglich sind, mehren sich von dort Berichte über hungernde Menschen, insbesondere über unterernährte Kinder.

Im syrischen Bürgerkrieg, der nach der brutalen Niederschlagung von Straßenprotesten im März 2011 begann, sind Schätzungen zufolge bislang 115.000 Menschen getötet worden.

pg/kle (dpa, afp)