USA setzen Kopfgeld auf Nicolas Maduro aus | Aktuell Amerika | DW | 26.03.2020
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US-Justiz

USA setzen Kopfgeld auf Nicolas Maduro aus

Die US-Regierung steht Venezuelas linkem Staatschef Maduro seit langem feindlich gegenüber. Nun bietet sie 15 Millionen Dollar für Hinweise. Das südamerikanische Land gilt als Transitland im internationalen Drogenhandel.

Venezuela Präsident Nicolas Maduro (picture-alliance/AP Photo/M. Delacroix)

Geht es ihm jetzt an den Kragen? Nicolas Maduro vor zwei Wochen bei einer Rede in Caracas

Die USA klagen den venezolanischen Staatschef Nicolás Maduro und weitere hochrangige Regierungsvertreter wegen Drogenhandels und Geldwäsche an. Die Justiz beschuldigt sie, seit mindestens 1999 einen Drogenhändlerring mit dem Namen "Kartell der Sonnen" anzuführen. Der Name soll ein Verweis auf Sonnen-Symbole auf den Uniformen hochrangiger venezolanischer Militärs sein. Insgesamt erging Anklage gegen 15 hochgestellte Personen in Venezuela. Unter ihnen sind Verteidigungsminister Vladimir Padrino und der Oberste Richter des Landes, Maikel Moreno.

Maduro und die anderen hätten mehr als 20 Jahre lang mit der inzwischen aufgelösten kolumbianischen FARC-Guerilla zusammengearbeitet, erläuterte Justizminister William Barr in Washington und sprach in dem Zusammenhang von Drogen-Terrorismus. Ihr Ziel sei es auch gewesen, die USA mit tonnenweise Kokain zu überschwemmen, um dem Land zu schaden.

Zehn Millionen Dollar Kopfgeld für weitere Verdächtige   .

Das US-Außenministerium lobte eine Belohnung von 15 Millionen Dollar für Informationen aus, die zur Festnahme Maduros führen. Zudem wurden Kopfgelder von jeweils zehn Millionen Dollar auf den Vorsitzenden der Verfassungsgebenden Versammlung, Diosdado Cabello, den früheren Chef des Militärgeheimdienstes Hugo Carvajal und Industrieminister Tareck El Aissami ausgelobt. Der ehemalige Vizepräsident des südamerikanischen Landes ist in den USA bereits angeklagt.

USA | US-Justizminister fordert: Präsident Trump soll weniger twittern (picture-alliance/dpa/A. Brandon)

US-Justizminister Barr (l.) und Präsident Trump setzen im Kampf gegen Maduro auf maximalen Druck


Maduro reagierte erzürnt auf die US-Anklage. "Du bist ein Widerling, Donald Trump!" sagte Maduro  in einer Fernsehansprache über den US-Präsidenten. Zudem titulierte er Trump als "Cowboy" und "Rassisten" und beschuldigte ihn, in den internationalen Beziehungen Erpressungsmethoden anzuwenden. Die Anklageerhebung bezeichnete Maduro als "extremistisches" Vorgehen, das auf falschen Vorwürfen beruhe. Venezuelas Außenminister Jorge Arreaza erklärte, Trump greife mit der Anklage "einmal mehr das venezolanische Volk und seine demokratischen Institutionen" an. Es handle sich um den Versuch, "eine neue Form von Staatsstreich" zu begehen.

Venezuela gilt als einer der korruptesten Staaten der Welt. Zahlreiche Militärs und Politiker sollen in kriminelle Geschäfte wie Drogenhandel und illegalen Bergbau verwickelt sein. Auch die ehemalige Generalstaatsanwältin des Landes, Luisa Ortega Diaz, bezichtigte die Regierung in Caracas der Geldwäsche und des Rauschgifthandels. Nach eigener Aussage hat sie an sicheren Orten Dokumente hinterlegt, die die Führungsriege direkt oder indirekt mit Drogengeschäften in Verbindung bringen. Ortega Diaz floh 2017 nach Kolumbien.

USA wollen Venezuelas Interimspräsidenten als Staatslenker

Die Anklagen sind ein weiterer Schritt, mit dem Washington Druck auf das politische System in Venezuela ausübt. Die US-Regierung hat bereits zahlreiche Sanktionen verhängt, die auf den Sozialisten Maduro und dessen Umfeld abzielen. In dem seit mehr als einem Jahr andauernden politischen Machtkampf in Venezuela unterstützen die USA den selbst ernannten Interimspräsidenten Juan Guaidó, der weltweit von mehr als 50 Ländern anerkannt wird, darunter vielen europäischen Staaten.

Venezuela: Proteste der Opposition in Caracas (Getty Images/AFP/F. Parra)

Juan Guaidó - Europa steht hinter ihm, sein eigenes Volk jedoch nicht so richtig

In Venezuela selbst ist es Guaidó bislang nicht gelungen, die Massen zu mobilisieren. Maduro sitzt bislang trotz der schweren Wirtschaftskrise auch aufgrund der US-Strafmaßnahmen nach wie vor fest im Sattel.

sti/se/fab (rtr, afp, dpa, epd)

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