USA sehen afghanische Taliban in der Pflicht | Aktuell Asien | DW | 28.04.2019
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Friedensgespräche

USA sehen afghanische Taliban in der Pflicht

In den Verhandlungen mit den radikalislamischen Taliban ist der US-Truppenabzug ein Top-Thema. Doch Washington stellt Bedingungen. Afghanistans Präsident Ghani hofft, künftig Einfluss auf die Gespräche nehmen zu können.


Der US-Sondergesandte für den Frieden in Afghanistan, Zalmay Khalilzad, spricht während einer Diskussionsrunde mit afghanischen Medien an der US-amerikanischen Botschaft in Kabul, Afghanistan (Reuters)

Erst im Januar war der US-Sondergesandte Zalmay Khalilzad in Kabul - hier bei einer Diskussionsrunde in der amerikanischen Botschaft

Vor einem Friedensabkommen für Afghanistan fordern die USA von den radikalislamischen Taliban vor allem zwei Dinge: einen dauerhaften Waffenstillstand und ein Bekenntnis zur Beendigung des langjährigen Krieges. Andernfalls werde es keine Vereinbarung geben, machte der US-Sondergesandte Zalmay Khalilzad im größten privaten afghanischen TV-Sender Tolo News deutlich. "Wir wollen Frieden, um die Möglichkeit für einen Truppenrückzug zu haben."

"Frieden und eine politische Lösung"

Der in Afghanistan geborene US-Diplomat führte weiter aus, die Taliban fokussierten sich auf den amerikanischen Truppenrückzug. Der Schwerpunkt der USA liege beim Terrorismus. "Wir streben Frieden und eine politische Lösung an", ergänzte Khalilzad.

Er war am Samstag in Kabul gelandet und hatte sich anschließend mit dem afghanischen Präsidenten Aschraf Ghani getroffen. Khalilzad bereist derzeit verschiedene Länder in Vorbereitung auf sein nächstens Treffen mit den Taliban im Golfemirat Katar.

Katar | Taliban | Friedensgespräche (picture-alliance/dpa/AP Photo/Qatar Ministry of Foreign Affairs)

Nach der Gesprächsrunde zwischen den USA und den Taliban im Februar sprachen beide Seiten von Fortschritten

Die USA haben noch 14.000 Soldaten als Teil des NATO-Einsatzes "Resolute Support" in dem Land am Hindukusch stationiert. Die Soldaten schulen und unterstützen die einheimischen Sicherheitskräfte in ihrem Kampf gegen Taliban-Kämpfer und Terrorgruppen wie Al-Kaida und den "Islamischen Staat".

Wenn es nach Präsident Donald Trump ginge, müssten die US-Soldaten so schnell wie möglich in die Heimat zurückgeholt werden. Vertreter des Verteidigungsministeriums warnten jedoch in der Vergangenheit wiederholt, ein überstürzter Abzug würde Terroristen möglicherweise die Gelegenheit geben, neue Anschläge gegen die USA vergleichbar mit denen vom 11. September 2001 zu verüben.

Afghanistan - Afghanische Armee nimmt an einer Schießübung an der Militärakademie teil (picture alliance/dpa/R. Gul)

Afghanische Soldaten beim Schießtraining

Taliban kontrollieren weite Landstriche 

Die Taliban haben in dem seit vielen Jahren umkämpften Land so viel Kontrolle und Einfluss wie seit 2001 nicht mehr. In den Verhandlungen der USA mit den militanten Islamisten ist der afghanische Präsident Ghani bislang außen vor geblieben. Die Taliban betrachten ihn als Marionette Washingtons. Doch Ghani hofft, in Zukunft mehr Einfluss auf die Gespräche nehmen zu können.

Loja Dschirga in Kabul

An diesem Montag beginnt nämlich in der Hauptstadt Kabul eines der seltenen Treffen der Loja Dschirga, der "großen Versammlung". Mehr als 2000 Delegierte aus allen Teilen Afghanistans kommen zusammen, um vier Tage lang über den Krieg im Land und die Friedensverhandlungen mit den Taliban zu beraten. Ghani will bei der Zusammenkunft Führungsstärke beweisen. So soll die Loja Dschirga ihre Bedingungen für einen Friedensvertrag festlegen.

Die Taliban sind zwar zur Versammlung eingeladen, haben aber abgelehnt. In Kabul gelten strengste Sicherheitsvorkehrungen, ein Großteil der Stadt ist aus Sorge vor Anschlägen abgesperrt.

se/kle (afp, rtr)

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