USA lassen Impfstoff von Johnson & Johnson zu | Aktuell Amerika | DW | 28.02.2021
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Corona-Pandemie

USA lassen Impfstoff von Johnson & Johnson zu

Mit dem Präparat von Johnson & Johnson ist den USA ein dritter Corona-Impfstoff freigegeben. Im Vergleich zu den bereits verfügbaren Präparaten hat das Vakzin den Vorteil, dass eine einmalige Dosis ausreichen soll.

Mehrere Ampullen des Impfstoffs von Johnson & Johnson liegen auf einem Tisch

Soll schon nach einer Impfung wirksam sein: Der Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson

Die US-Arzneimittelbehörde FDA gab die Notfallzulassung des Vakzins von Johnson & Johnson (J&J) bekannt. Damit ist - nach den Impfstoffen in den des Mainzer Pharma-Unternehmens BioNTech und seines US-Partners Pfizer sowie des US-Pharma-Unternehmens Moderna - nun ein dritter Corona-Impfstoff in den Vereinigten Staaten bedingt zugelassen. Es handelt sich um das erste Präparat, bei dem eine einmalige Impfung ausreichen soll. Zudem muss das Präparat nicht tiefgefroren gelagert werden, was die Verteilung erleichtert.

Die Zulassung für J&J gilt für den Einsatz des Wirkstoffs bei Menschen ab 18 Jahren. Daten zur Dauer des Impfschutzes lägen noch nicht vor, erklärte die FDA. Auch gebe es keine belastbaren Erkenntnisse dazu, ob Geimpfte das Virus SARS-CoV-2 übertragen.

Für eine Notfallzulassung der FDA gelten vergleichsweise niedrige Hürden. Vereinfacht gesagt muss dafür sichergestellt sein, dass ein Medikament oder Impfstoff nachweisbar mehr hilft als schadet. Eine reguläre Zulassung ist ein wesentlich langwierigerer Prozess.

Ende Januar hatte der US-Konzern Johnson & Johnson ein Zwischenergebnis seiner Phase-III-Studie mit rund 44.000 Probanden bekanntgegeben, demzufolge der Impfstoff vier Wochen nach Verabreichung einen 66-prozentigen Schutz vor mittleren oder schweren COVID-19- Krankheitsverläufen bietet. Die Wirksamkeit gegen schwere Erkrankungen wurde mit 85 Prozent angegeben. Die Prozentzahlen bedeuten, dass es in der geimpften Probandengruppe entsprechend weniger Fälle gab als in der Placebo-Probandengruppe. Bei einigen Konkurrenzprodukten ist die Wirksamkeit nach bisherigen Studienergebnissen allerdings höher. Die Studien sind jedoch nur bedingt vergleichbar.

US-Präsident Joe Biden hat die Notfallzulassung für den Impfstoff von Johnson & Johnson als wichtige Etappe bei der Bewältigung der Pandemie begrüßt. Dies sei aber kein Grund zur Entwarnung, auch wenn es "Licht am Ende des Tunnels" gebe. Entscheidend sei, schnellstmöglich so viele Menschen wie möglich zu impfen und Abstands- und Hygieneregeln weiterhin einzuhalten.

Zulassung von J&J in der EU wahrscheinlich im März

Für die Europäische Union will die Arzneimittelbehörde EMA bis Mitte März über eine bedingte Marktzulassung entscheiden. In Großbritannien will die dortige Arzneimittelbehörde nach Informationen der Zeitung Telegraph "sehr wahrscheinlich" in der kommenden Woche mit dem offiziellen Zulassungsprozess des Impfstoffs von Johnson & Johnson beginnen. Die Zeitung beruft sich auf einen Regierungsvertreter. Als weltweit erstes Land hatte Bahrain am Donnerstag eine Notfallzulassung erteilt.

qu/cw (dpa, rtr, afp)

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