″Verstörende″ Aufnahmen aus Chicago | Aktuell Amerika | DW | 16.04.2021
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USA

"Verstörende" Aufnahmen aus Chicago

Der Tod eines Latino-Jungen bei einem Polizeieinsatz in Chicago sorgt in den Vereinigten Staaten für Empörung und heftige Diskussionen. Die Bürgermeisterin ruft zur Ruhe auf.

Die Polizei der US-Millionenmetropole Chicago veröffentlichte von dem Vorfall jetzt Videoaufnahmen, die von der sogenannten Bodycam eines beteiligten Polizisten stammen. Darauf ist zu sehen, wie der 13-jährige Latino in den frühen Morgenstunden des 29. März vor Polizisten davonrennt, stehen bleibt, die Hände hebt - und in diesem Moment von einer Kugel in der Brust getroffen wird.

US-Medien berichteten, zu dem Polizeieinsatz sei es gekommen, weil Schüsse aus der Gegend gemeldet worden seien. Aus dem Video geht nicht eindeutig hervor, ob der Junge zum Zeitpunkt des tödlichen Schusses selbst eine Pistole in der Hand hatte.

"Lange Geschichte von Polizeigewalt"

Chicagos Bürgermeisterin Lori Lightfoot nannte die Aufnahmen "verstörend". "Wir leben in einer Stadt, die durch eine lange Geschichte von Polizeigewalt und -fehlverhalten traumatisiert ist", sagte Lightfoot. Wut und Schmerz über den Vorfall seien daher verständlich. Zugleich rief die Bürgermeisterin die Bevölkerung zur Ruhe auf. Auch müsse zunächst das Ergebnis der Untersuchungen abgewartet werden.

Bürgermeisterin von Chicago Lori Lightfoot

Lori Lightfoot

Polizeigewalt ist seit langem ein hitzig debattiertes Thema in den USA - vor allem in Zusammenhang mit Rassismusvorwürfen. Derzeit läuft in Minneapolis im Bundesstaat Minnesota wegen der Tötung des Afroamerikaners George Floyd der Prozess gegen den weißen Ex-Polizisten Derek Chauvin. Er hatte dem wegen Falschgeldvorwürfen festgenommenen Schwarzen neuneinhalb Minuten lang das Knie in den Nacken gedrückt, obwohl Floyd wiederholt klagte, er bekomme keine Luft mehr.

So äußerte sich denn auch der Anwalt von Floyds Familie zum Polizeieinsatz in Chicago. Die Aufnahmen des tödlichen Schusses seien "schrecklich und traumatisierend", twitterte Ben Crump. Sie zeigten einmal mehr, dass die Polizei in den USA grundsätzlich reformiert werden müsse.

wa/jj (afp, dpa)

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