USA befremdet über Philippinen-Präsident Duterte | Aktuell Asien | DW | 21.10.2016
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Auf Schmusekurs mit China

USA befremdet über Philippinen-Präsident Duterte

Der philippinische Staatschef ist schon seit längerem auf Distanz zu den USA gegangen. Seine Erklärung einer "Trennung" von dem Verbündeten sorgt in Washington für Verwirrung.

Die USA haben mit Befremden auf den Bruch des philippinischen Präsidenten Rodrigo Duterte mit dem langjährigen Verbündeten reagiert. Die US-Regierung werde eine Erklärung verlangen, "was der Präsident genau sagen wollte, als er von einer Trennung von den USA sprach", sagte der Sprecher des State Departement, John Kirby, in Washington.

Es sei nicht klar, was dies mit all seinen Auswirkungen bedeute. "Wir wollen eine Klarstellung", betonte Kirby. Der stellvertretende US-Außenminister Daniel Russell werde am Wochenende zu einem lange geplanten Besuch in Manila eintreffen.

Duterte hatte während seines viertägigen Staatsbesuchs in China erklärt: "Ich gebe an diesem Ort meine Trennung von den Vereinigten Staaten bekannt". Vor Wirtschaftsvertretern in Peking sprach der Präsident laut Redemanuskript von einer sowohl "militärischen" als auch "wirtschaftlichen" Trennung, führte aber nicht weiter aus, was damit gemeint ist.

Mit Peking und Moskau "gegen den Rest der Welt"

Die USA seien beleidigend und versuchten, anderen Staaten Maßnahmen aufzudrücken und die Weltfinanzen durch den Internationalen Währungsfonds und die Weltbank zu kontrollieren, kritisierte Duterte. Er habe sich an der ideologischen Weltsicht Pekings neu orientiert. "Vielleicht gehe ich auch nach Russland und sage (Präsident Wladimir) Putin, dass nun drei von uns gegen den Rest der Welt stehen: China, die Philippinen und Russland."

 Der philippinische Präsident Duterte (M.) trifft in Peking den chinesischen Staats- und Parteichef Xi Jingping (r.) (picture-alliance/AP Photo/Ng Han Guan)

Der philippinische Präsident Duterte (M.) trifft in Peking den chinesischen Staats- und Parteichef Xi Jingping (r.)

Der auch wegen seiner harten Anti-Drogen-Politik mit Hunderten Toten umstrittene Duterte war schon vor Wochen deutlich auf Distanz zur früheren Kolonialmacht USA gegangen und hatte Präsident Barack Obama als "Hurensohn" beschimpft. Die gemeinsamen Patrouillen mit den USA im Südchinesischen Meer sind vorläufig ausgesetzt.

Annäherung an China

Stattdessen setzt Duterte offenkundig auf eine weitere Annäherung an China. Bei einem Treffen mit Chinas Präsident Xi Jinping sprach er von einem neuen "Frühling" in den bilateralen Beziehungen. Xi und Duterte vereinbarten auch, "konstruktiv" über die Probleme im Südchinesischen Meer sprechen zu wollen, wo sich China mit den Philippinen und anderen Nachbarstaaten um Gebietsansprüche streitet. 

wl/uh (dpa, afp)