US-Waffengesetze: Die Parkland-Schüler lassen nicht locker | Aktuell Amerika | DW | 14.03.2018
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Nach dem Schulmassaker von Florida

US-Waffengesetze: Die Parkland-Schüler lassen nicht locker

Ihr Widerstand gegen die US-Waffenlobby setzt die NRA erstmals richtig unter Druck. Und die Überlebenden des Parkland-Massakers lassen nicht nach: Schüler im ganzen Land erinnerten an das Blutbad vor genau einem Monat.

USA Schülerprotest gegen Waffengewalt in Washington (Reuters/J. Bourg)

"Kinder schützen, Waffen verbieten" - Protest vor dem US-Kapitol in Washington

"Enough!" Die Botschaft ist eindeutig: Es ist genug! Und sie richtet sich an die US-Waffenlobby NRA, vor allem aber an die Politiker des Landes: Genau einen Monat nach dem Schulmassaker im Bundesstaat Florida haben Schüler überall in den USA ihre Forderung nach strengeren Waffengesetzen vehement bekräftigt.

In zahlreichen Schulen im ganzen Land stand beim "National School Walkout" ab 10.00 Uhr Ostküstenzeit (15.00 Uhr MEZ) der Unterricht für 17 Minuten still. Schüler und Lehrer verließen die Klassenräume um der 17 Toten zu gedenken. Auch vor dem Weißen Haus in Washington versammelten sich Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Sie wandten sich mit Plakaten gegen die Waffenlobby NRA und stimmten Sprechchöre an.

7000 erschossene Kinder in gut fünf Jahren

Einige Schulen allerdings hatten ihren Schülern solche Aktionen schon vorab untersagt. Aus Sicherheitsgründen, wie es hieß, und weil der Unterricht gestört würde.

In der US-Hauptstadt stellten Aktivisten 7000 Paar Schuhe auf den Rasen am US-Kongress auf - ein Paar für jedes Kind, das nach Einschätzung der Kampagnenorganisation Avaaz seit 2012 in den USA erschossen wurde. Dazu hatte Avaaz die Zahlen aus einem Bericht des US-Kinderärzteverbandes verwendet und hochgerechnet. Demnach werden in den USA jedes Jahr fast 1300 Kinder erschossen.

In Parkland, wo ein 19-Jähriger in der Marjory Stoneman Douglas High School am 14. Februar 14 Schüler und drei Erwachsene erschossen hatte, versammelten sich die Schüler auf einem Sportplatz. Nach dem Blutbad hatte sich eine lautstarke Protestbewegung formiert. Mehrere engagierte Überlebende aus Florida erhoben dabei in den Medien und bei Protestaktionen ihre Stimme, um härtere Waffengesetze und ein Umdenken der Politiker zu fordern. Für den 24. März ist ein "Marsch für unser Leben" in Washington geplant. Dazu werden Zehntausende Teilnehmer erwartet.

USA Schülerprotest gegen Waffengewalt in Florida (Reuters/J. Skipper)

In Parkland nahmen viele Schüler am National School Walkout teil

In Florida haben die Proteste bereits Wirkung gezeigt. Dort setzte Gouverneur Rick Scott am vergangenen Freitag ein neues Waffengesetz in Kraft, das unter anderem das Mindestalter für Waffenkäufe in dem Bundesstaat von 18 auf 21 Jahre anhebt. In der Trump-Administration verlaufen derartige Ansätze im Sande.

"Ohne Moral, ohne Rechtfertigung" 

Gegen den mutmaßlichen Schützen von Parkland, Nikolas Cruz, will die Staatsanwaltschaft die Todesstrafe fordern. Das Verbrechen sei auf kalte, berechnende und vorsätzliche Weise und "ohne Vortäuschung von Moral oder Rechtfertigung" begangen worden, heißt es in Unterlagen der Ankläger. Cruz soll mit einem Schuldeingeständnis einverstanden sein, um der Giftspritze zu entgehen.

rb/sam (ap, dpa)