US-Strafermittler klopfen Tesla-Tweet ab | Aktuell Amerika | DW | 19.09.2018
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Börse

US-Strafermittler klopfen Tesla-Tweet ab

Ein paar Zeilen auf Twitter: Tesla-Chef Elon Musk trat damit im vergangenen Monat eine Lawine los. Jetzt hat die Kurzmitteilung im Internet ein juristisches Nachspiel.

USA Tesla-Zentrum in New York (Getty Images/S. Spencer)

Tesla-Zentrum in New York

Die überraschende Ankündigung von Tesla-Chef Elon Musk, den Elektroauto-Hersteller von der Börse nehmen zu wollen, ist ins Blickfeld von Strafermittlern geraten. Wegen des Tweets vom August habe das US-Justizministerium Unterlagen angefordert, bestätigte das Unternehmen. Die verlangten Dokumente seien ausgehändigt worden. Eine Vorladung oder Anfrage für eine Aussage habe es jedoch nicht gegeben. Das Justizministerium lehnte eine Stellungnahme ab.

Musk hatte Anfang August überraschend im Kurznachrichtendienst Twitter verkündet, Tesla für 72 Milliarden Dollar von der Börse abzuziehen. Die Finanzierung dafür sei "gesichert".

"Der bessere Weg"

Keine drei Wochen später machte der Milliardär dann einen Rückzieher. Der Verbleib an der Börse sei der "bessere Weg für Tesla", schrieb er in einem Blog-Beitrag - vermutlich auch deshalb, weil einige Anleger die Pläne kritisch sahen. Überdies musste Musk einräumen, eine Finanzierungszusage aus Saudi-Arabien sei noch nicht in trockenen Tüchern gewesen.

Die US-Börsenaufsicht SEC prüft unter anderem, ob die Ankündigung auf Twitter rechtmäßig war oder ob sie auf anderem Weg hätte erfolgen müssen. Sie will auch klären, inwieweit der Verwaltungsrat von dem Vorhaben wusste und wie belastbar die Finanzierungszusagen zum entsprechenden Zeitpunkt waren.

Reaktion auf dem Parkett

Nach Musks Ankündigung war die Tesla-Aktie zunächst deutlich gestiegen. Sie gab zwischenzeitlich nach, konnte seit vergangener Woche aber wieder zulegen. Am Dienstag, als durchsickerte, dass das Justizministerium sich eingeschaltet hatte, fiel der Kurs um fast vier Prozent.

Tesla war 2010 an die Börse gegangen. Musk hält selbst knapp ein Fünftel der Anteile. Er gilt mit einem geschätzten Vermögen von rund 20 Milliarden US-Dollar als einer der 100 reichsten Menschen auf dem Globus.

jj/bru (dpa, afp, rtr)

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