US-Präsident Trump hört auf Kim (Kardashian) | Aktuell Amerika | DW | 07.06.2018
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Strafjustiz

US-Präsident Trump hört auf Kim (Kardashian)

Entgegen seiner sonstigen Linie hat US-Präsident Donald Trump die lebenslange Haftstrafe einer Gefängnisinsassin verkürzt -  nachdem sich der Reality-TV-Star Kim Kardashian bei ihm für die 63-Jährige eingesetzt hatte.

Veteranen des Reality-TV: Kim Kardashian und Donald Trump (picture-alliance/Newscom/White House)

Veteranen des Reality-TV: Kim Kardashian und Donald Trump

Ein Besuch von Kim Kardashian im Weißen Haus scheint Donald Trump milde gestimmt zu haben: Er verkürzte auf Bitten des TV-Stars die Haftstrafe einer 63-Jährigen, die seit mehr als zwei Jahrzehnten wegen eines gewaltlosen Drogendelikts im Gefängnis einsitzt. Trump gab der Haftverkürzung Alice Marie Johnsons statt, wie das Weiße Haus mitteilte. Anschließend wurde sie freigelassen. 

Das Treffen des Präsidenten mit dem TV-Promi hatte in der Boulevardpresse den Spitznamen "Trump-Kim-Summit" bekommen, in Anspielung auf das bevorstehende Gipfeltreffen des Republikaners mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un. 

Johnson verbüßte seit 1996 eine Gefängnisstrafe im Zusammenhang mit Drogendelikten. Sie war unter anderem für schuldig befunden worden, als Telefonvermittlerin in Drogengeschäften tätig gewesen zu sein und deshalb zu lebenlanger Haft verurteilt worden. In einer Mitteilung des Weißen Hauses hieß es, Johnson habe die Verantwortung für ihr Fehlverhalten übernommen und sei in den vergangenen zwei Jahrzehnten eine "Mustergefangene" gewesen. Sie habe "hart daran gearbeitet, sich im Gefängnis zu rehabilitieren". 

"Ich bin einfach so dankbar"

Kim Kardashian (37) hatte sich in der vergangenen Woche im Weißen Haus mit dem US-Präsidenten getroffen und sich für die Großmutter eingesetzt. Über Trumps Entscheidung zeigte sie sich am Mittwoch hocherfreut. "Beste Nachricht aller Zeiten", schrieb sie auf Twitter und bedankte sich beim Präsidenten. 

"Ich bin einfach so dankbar, ich habe das Gefühl, mein Leben fängt neu an", wurde Johnson von lokalen Medien im US-Bundesstaat Alabama nach ihrer Freilassung zitiert. Freunde und Familienangehörige nahmen sie in Empfang.

Kardashian hatte von Johnsons Fall aus Sozialen Medien erfahren und begonnen, sich für die Frau zu engagieren. Ihrem Besuch bei Trump sollen monatelange Verhandlungen mit dessen Schwiegersohn Jared Kushner vorausgegangen sein, der eine Reform des Strafvollzugs organisieren soll. Das Weiße Haus veröffentlichte nach dem Treffen ein Foto, das den Reality-Star an der Seite eines breit grinsenden Präsidenten im Oval Office zeigt. 

Kardashian ist mit dem Rapper Kanye West verheiratet, der sich selbst als glühender Trump-Fan beschreibt. Der Musiker hatte kürzlich für Empörung bei vielen seiner Fans gesorgt, als er über seine "Liebe" zum Präsidenten twitterte und diesen als seinen "Bruder" bezeichnete. 

Gnade für Konservative

Die Haftverkürzung entspricht nicht unbedingt der Linie Trumps, hatte die US-Regierung unter seiner Ägide doch den Umgang mit Drogendelikten eigentlich noch verschärft. Politisch konservativen Straftätern dagegen hat Trump immer wieder Straferleichterungen gewährt. So hatte er in der vergangenen Woche den umstrittenen konservativen Kommentator Dinesh D'Souza begnadigt, der wegen Verstoßes gegen Wahlkampffinanzierungsgesetze zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden war.  

Zuvor hatte Trump bereits den früheren Mitarbeiter im Weißen Haus, Lewis "Scooter" Libby, begnadigt, der in die Affäre um die Enttarnung einer Geheimagentin verwickelt war, sowie den als "härtesten Sheriff Amerikas" bekannt gewordenen Joe Arpaio. Dieser war dafür verurteilt worden, dass er unter Missachtung einer richterlichen Anordnung seine Praxis fortgesetzt hatte, bei Verkehrskontrollen gezielt lateinamerikanisch aussehende Menschen herauszupicken, um illegal ins Land gekommene Migranten aufzuspüren.

stu/sti (dpa, afp)

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