US-Präsident Donald Trump: Militäreinsatz in Syrien sehr bald beendet | Aktuell Amerika | DW | 30.03.2018
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US-Militär in Syrien

US-Präsident Donald Trump: Militäreinsatz in Syrien sehr bald beendet

War es eine spontane Idee oder ein langfristiger Plan? Überraschend hat US-Präsident Trump den baldigen Rückzug des US-Militärs aus Syrien verkündet. Doch weder Außenministerium noch Pentagon wussten darüber Bescheid.

Syrien Manbij US Soldaten (Foto: picture-alliance/AP Photo)

US-Truppen im syrischen Manbidsch

US-Präsident Donald Trump will den Militäreinsatz in Syrien angeblich in Kürze beenden. "Wir werden sehr bald aus Syrien abziehen", sagte Trump in einer Rede vor Industriearbeitern in Richfield im Bundesstaat Ohio. Schon bald seien "hundert Prozent" der Gebiete aus den Händen der Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) zurückerobert, sagte er zur Begründung. "Wir holen das alles schnell zurück." 

Trump sagte, die US-Truppen sollten nun aus dem vom Bürgerkrieg zerrütteten Land zurückkehren - "wo wir hingehören, wo wir sein wollen". Um den Konflikt in Syrien sollten sich "andere Leute" kümmern, fügte der US-Präsident hinzu. Wen er damit meint, blieb offen. Neben den USA haben noch Russland und der Iran größere Truppenkontingente in Syrien stationiert, beide unterstützen allerdings den syrischen Machthaber Baschar al-Assad.

USA | Pressesprecherin Außenministerium Heather Nauert (Foto: Getty Images/A. Wroblewski)

Die Sprecherin des US-Außenministeriums, Heather Nauert, ist über Abzugspläne nicht im Bilde (Archivbild)

Abzugspläne nicht abgestimmt

Die Ankündigungen des US-Präsidenten kommen überraschend - und ohne Kenntnis des Außenministeriums und des Pentagons. Auf die Frage, ob sie über die Abzugspläne des Präsidenten im Bilde sei, sagte Ministeriumssprecherin Heather Nauert: "Bin ich nicht, nein." Noch im Januar hatte der damalige Außenminister Rex Tillerson angekündigt, den US-Militäreinsatz in Syrien auszuweiten, um die Terroristen weiter zu bekämpfen und Assad aus dem Amt zu drängen. Trump hat Tillerson Mitte März entlassen.

Doch auch Tillersons designierter Nachfolger Mike Pompeo und der Nationale Sicherheitsberater John Bolton sehen dem Nachrichtenmagazin "Politico" zufolge eine weitere Rolle für die USA in Syrien. Das Pentagon bestätigte die Präsenz von etwa 2000 US-Soldaten - die meisten von ihnen Mitglieder von Spezialkommandos - in dem Bürgerkriegsland, wie "Politico" berichtete. Die meisten von ihnen arbeiten mit Rebellenmilizen zusammen, die gegen die IS-Miliz kämpfen. Pentagon-Sprecherin Dana White hatte nur wenige Stunden vor Trumps Rede gesagt, in Syrien gebe es noch viel zu tun, um einen dauerhaften Sieg über die Extremisten sicherzustellen.

"Wir wissen nicht, was er meint"

Trumps Aussage steht auch im Gegensatz zur Ansicht des Verteidigungsministeriums, wie mehrere US-Medien berichteten. Was der Präsident genau mit seiner Ankündigung gemeint habe, sei nicht klar, sagte ein Mitarbeiter des Ministeriums dem Sender CNN. Verteidigungsminister James Mattis hatte sich zuvor mehrfach für einen Verbleib der Truppen ausgesprochen.

Die IS-Miliz hatte im Juni 2014 ein "Kalifat" in großen Teilen Syriens und des Irak ausgerufen. Durch den Einsatz einer von den USA angeführten Militärkoalition verloren die Dschihadisten seitdem stark an Boden. 

sam/jj (AFP, dpa)

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