US-Kritik lässt Pakistan nicht kalt | Aktuell Welt | DW | 29.01.2021
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Justiz

US-Kritik lässt Pakistan nicht kalt

Nach massiven Protesten der USA ist in Pakistan Berufung gegen die Freilassung eines Islamisten eingelegt worden. Dieser war wegen der Enthauptung des US-Journalisten Daniel Pearl verurteilt worden.

Ahmed Omar Saeed Sheikh

Die Freilassung von Ahmed Omar Said Scheich, hier bei seiner Verhaftung 2002, ist für die USA nicht akzeptabel

Die Provinzregierung von Sindh reichte einen entsprechenden Berufungsantrag beim Obersten Gerichtshof des Landes ein. Dieser hatte angeordnet, Ahmed Omar Said Scheich freizulassen - und damit den Beschluss eines Provinzgerichts vom vergangenen Jahr bestätigt. Scheich war 2002 wegen der Entführung und Ermordung Pearls zum Tode verurteilt worden. Das Urteil wurde vergangenes Jahr jedoch aufgehoben.

Ein Gericht in der Provinz Sindh kam damals zu dem Schluss, dass die Verurteilung wegen Mordes auf fehlerhaften Beweisen beruhe. Stattdessen verhängte es eine Freiheitsstrafe von sieben Jahren wegen Entführung, die Scheich seit 2002 bereits verbüßt hatte.

Noch ist er in Haft

Behördenangaben zufolge befanden sich Scheich und drei ebenfalls Freigesprochene am Freitag zunächst weiter in Haft. Dass ihre Freilassung noch verhindert werden könne, schätzte der Anwalt von Pearls Familie allerdings als unwahrscheinlich ein. Überprüfungsanträge wie der der Provinzregierung würden üblicherweise von den selben Richtern bearbeitet, die oft bei ihrer Entscheidung blieben, sagte Faisal Siddiqui.

US-Reporter Daniel Pearl in Pakistan entführt

Nur 38 Jahre wurde der Reporter des "Wall Street Journals". Sein grausamer Tod sorgte weltweit für Entsetzen

Die Ermordung des 38 Jahre alten "Wall-Street-Journal"-Reporters hatte weltweit Entsetzen ausgelöst. Pearl war in Pakistan, um über das benachbarte Afghanistan nach dem Sturz des Taliban-Regimes zu berichten. In der südpakistanischen Stadt Karatschi wurde er entführt und enthauptet. Die Täter veröffentlichten ein Video davon.

Bidens Sprecherin macht Druck

US-Behörden hatten gefordert, dass die vier Verurteilten in Haft bleiben. Auch Pearls Familie hatte gegen die Freilassung geklagt. Das Weiße Haus reagierte empört auf die Entscheidung des obersten pakistanischen Gerichts. Die Sprecherin von Präsident Joe Biden, Jen Psaki, bezeichnete den Freispruch als "Affront" gegen Terrorismusopfer und zwar überall auf der Welt. Die US-Regierung rufe die pakistanische Regierung dringend auf, ihre rechtlichen Möglichkeiten in diesem Fall zu prüfen und zu nutzen.

haz/ml (dpa, rtr)

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