US-Behörde warnt vor Hunderttausenden Corona-Neuinfektionen | Aktuell Amerika | DW | 06.08.2021
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Vereinigte Staaten

US-Behörde warnt vor Hunderttausenden Corona-Neuinfektionen

Die Delta-Variante macht den USA zu schaffen. Die Direktorin der Gesundheitsbehörde CDC präsentiert eine düstere Prognose. Wegen der raschen Zunahme der Neuinfektionen verlängert Amazon sein Homeoffice-Angebot.

Ein Schild weist darauf hin: An allen US-Flughäfen gilt eine Maskenpflicht

An allen amerikanischen Flughäfen gilt eine Maskenpflicht - hier Seattle im Bundesstaat Washington

Die Chefin der US-Gesundheitsbehörde CDC warnt vor Hunderttausenden Corona-Neuinfektionen pro Tag in den Vereinigten Staaten. Wenn das Land allerdings zusammenstehe, Ungeimpfte sich impfen ließen und die Menschen wieder ihre Masken trügen, könne man die Situation binnen weniger Wochen unter Kontrolle bringen, sagte Rochelle Walensky dem TV-Sender CNN. "Unsere Modelle zeigen jedoch, dass wir, wenn wir das nicht tun, auf mehrere 100.000 Fälle pro Tag kommen könnten - ähnlich wie beim Anstieg Anfang Januar."

Rochelle Walensky

Die Ärztin und CDC-Direktorin Rochelle Walensky

Walensky wies darauf hin, in etlichen südlichen US-Bundesstaaten wie Florida gebe es einen exponentiellen Anstieg. Es sei aber durchaus anzumerken, dass man in der Vergangenheit bei derart hohen Fallzahlen viel mehr Todesfälle verzeichnet habe. Das liege an der Impfung gegen das Virus, so die Behörden-Direktorin.

Sie machte zugleich deutlich, dass durchaus auch ein gegen das Virus Geimpfter an COVID-19 erkranken könne. Der Verlauf sei in der Regel aber mild. "Was sie (die Impfung) aber nicht mehr kann, ist die Übertragung verhindern", sagte die CDC-Chefin mit Blick auf die besonders ansteckende Delta-Variante.

In Miami, Florida, bekommt ein zwölfjähriges Mädchen das Pfizer-Vakzin verabreicht

In Miami, Florida, bekommt ein zwölfjähriges Mädchen das Pfizer-Vakzin verabreicht

Die Delta-Mutante hat inzwischen in den USA mit seinen 330 Millionen Einwohnern zu einem starken Anstieg der Neuinfektionen geführt. Gab es noch im Juni pro Tag rund 10.000 neue Fälle, werden derzeit im Durchschnitt fast 90.000 registriert.

Homeoffice bei Amazon bis Januar 

Aufgrund dieser Entwicklung verschiebt der Internetriese Amazon die geplante Rückkehr seiner Mitarbeiter in die Büros auf Januar. Statt des 7. Septembers visiere man nun den 3. Januar 2022 als entsprechenden Termin an, teilte das Unternehmen mit. Dies gelte auch für andere Länder.

Amazon-Paketzentrum in Romeoville, Illinois

Hier gibt es kein Homeoffice - ein Amazon-Paketzentrum in Romeoville, Illinois

Angestellte, die in der Zwischenzeit ins Büro kommen, müssen weiterhin eine Maske tragen oder eine vollständige Corona-Impfung nachweisen. Das Unternehmen beschäftigt mehr als eine Million Mitarbeiter, von denen allerdings wohl nur ein kleinerer Teil klassische Bürojobs hat. Viele Beschäftigte arbeiten in Logistikzentren und der Auslieferung. Anders als Google oder Facebook hat Amazon bislang keine Impfpflicht für Mitarbeiter verhängt.

US-Regierung noch nicht über Impfpflicht bei Einreise entschieden

Unterdessen hat die US-Regierung klar gestellt, dass es noch keine Entscheidung dazu gebe, ob künftig von fast allen einreisenden ausländischen Staatsbürgern eine vollständige Corona-Impfung verlangt werden soll. "Die Vereinigten Staaten werden die aktuellen Einreisebeschränkungen vorerst beibehalten", sagte der Corona-Koordinator des Weißen Hauses, Jeffrey Zients, mit Blick auf die Delta-Variante. Die Gespräche, wie die Regierung künftig wieder "einheitlich und sicher" Einreisen ermöglichen könne, liefen noch. Dafür "könnte" der Nachweis einer Corona-Impfung zur Voraussetzung werden, "aber das ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht entschieden".

se/fab (dpa, ap, rtr) 

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