US-Außenminister Pompeo setzt auf Nordkoreas Abrüstung | Aktuell Asien | DW | 03.08.2018
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Atomprogramm

US-Außenminister Pompeo setzt auf Nordkoreas Abrüstung

US-Außenminister Pompeo ist aktuell auf einer Asienreise. In Singapur zeigte er sich zuversichtlich, dass Nordkorea zum Abbau seines Atomprogramms steht. Die UN kommen allerdings zu einem weniger erfreulichen Urteil.

Singapur - Mike Pompeo beim treffen der Außenminister (Getty Images/AFP/M. Rasfan)

US-Außenminister Mike Pompeo in Singapur

Ein bislang vertraulicher Bericht der Vereinten Nationen kommt zu dem Schluss, dass Nordkorea sein Atom- und Raketenprogramm nicht eingestellt hat. Die Nachrichtenagentur Reuters konnte den Bericht einsehen. Damit habe Nordkorea gegen Anordnungen der UN verstoßen, hieß es weiter. Die Vertretung Nordkoreas bei den Vereinten Nationen antwortete auf Anfragen für eine Stellungnahme nicht.

US-Außenminister Mike Pompeo hatte erklärt, der Zeitplan für den Abbau der Kernwaffenpotenziale Nordkoreas werde von dem Land selbst bestimmt. "Der endgültige Zeitplan für die Denuklearisierung wird zumindest teilweise von Machthaber Kim Jong Un festgelegt. Es ist seine Entscheidung", sagte Pompeo in Singapur. Der Minister wies darauf hin, es sei bekannt, dass die Entnuklearisierung der koreanischen Halbinsel Zeit in Anspruch nehmen werde. 

Pompeo war zu einer Tagung der Außenminister der Gemeinschaft Südostasiatischer Staaten (ASEAN) nach Singapur gereist. Dabei hatte er die ASEAN-Staaten für ihr Festhalten an den Sanktionen gegen Nordkorea gelobt, mit denen Pjöngjang zum Verzicht auf sein Atomwaffenprogramm gedrängt werden soll. In Singapur hatte US-Präsident Donald Trump im Juni als erster amtierender US-Präsident Nordkoreas Machthaber Kim getroffen, um über das Thema zu verhandeln.

Nach wie vor gibt es keinen konkreten Zeitplan

Wie Pompeo reiste auch Nordkoreas Außenminister Ri Yong Ho zur ASEAN-Tagung nach Singapur. Die beiden Minister kamen kurz zusammen und gaben sich vor Pressevertretern die Hand. Kim sei Verpflichtungen eingegangen, und die USA erwarteten für die kommenden Wochen und Monate substanzielle Fortschritte, sagte Pompeo. "Die Welt zählt auf ihn." Man sei einer "Denuklearisierung" Nordkoreas näher gekommen. Bei seinem Treffen mit Trump hatte Kim im Juni seine Bereitschaft zu einer "kompletten Denuklearisierung" seines Landes bekräftigt. Im Gegenzug sollen wirtschaftliche und diplomatische Sanktionen gegen Nordkorea aufgehoben werden. Es gab aber keine konkreten Zusagen, wie und bis wann abgerüstet werden sollte.

Seit dem amerikanisch-nordkoreanischen Gipfeltreffen hat Nordkorea keine Atomversuche mehr unternommen und keine Interkontinentalraketen getestet. Allerdings haben die US-Geheimdienste laut US-Medien Hinweise darauf, dass Nordkorea nahe Pjöngjang mindestens eine neue Atomrakete baut, die amerikanisches Festland erreichen könnte. Singapur ist nach Malaysia die zweite Station einer fünftägigen Südostasienreise für Pompeo. Von dort wird er nach Indonesien weiterreisen.

Am Rande des ASEAN-Treffens hatte der US-Minister zuvor mit dem türkischen Außenminister Mevlüt Cavusoglu über den Konflikt zwischen Ankara und Washington um den in der Türkei festgehaltenen amerikanischen Pastor Andrew Brunson gesprochen.

nob/haz (dpa, rtr)