US-Außenminister Pompeo besucht Nordkorea | Aktuell Asien | DW | 09.05.2018
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Diplomatie

US-Außenminister Pompeo besucht Nordkorea

Ziel des Besuchs von Mike Pompeo in Pjöngjang ist die Vorbereitung des Treffens zwischen US-Präsident Trump und Nordkoreas Machthaber Kim. Dessen Atomprogramm war auch Thema beim Gipfel von Japan, Südkorea und China.

Nordkorea Mike Pompeo Vorbereitung Gipfeltreffen zwischen Donald Trump und Kim Jong Un (Getty Images/Chung Sung-Jun)

Fernsehbild vom 26. April 2018: Handschlag zwischen Mike Pompeo (l.) und Kim Jong Un

Es ist bereits die zweite Visite von US-Außenminister Mike Pompeo in Pjöngjang innerhalb eines Monats. Er hoffe, "einen Rahmen für einen erfolgreichen Gipfel der beiden Präsidenten" schaffen zu können, sagte Pompeo auf dem Flug in die nordkoreanische Hauptstadt Pjöngjang. Er werde mit "höchsten Vertretern" sprechen. Ob er auch Kim persönlich treffen werde, konnte Pompeo nicht sagen.

Seit dem Besuch von Madeleine Albright 2000 in Pjöngjang ist Pompeo erst der zweite Außenminister und damit der höchste amerikanische Regierungsvertreter seit 18 Jahren, der Nordkorea besucht. Bei seiner jüngsten Visite über Ostern war Pompeo noch Geheimdienstdirektor.

Vorerst keine Lockerung der US-Sanktionen

Mit Spannung erwartet wird auch, ob Pompeo drei in Nordkorea inhaftierten US-Bürger zurück in die USA holen wird. Frühere Gefangene waren in der Vergangenheit ranghohen US-Vertretern bei Besuchen in dem Land übergeben worden. "Ich denke, es wäre eine große Geste, wenn sie sich entschließen würden, das zu tun", sagte Pompeo, der sich für eine Haftentlassung einsetzen will.

Der US-Außenminister machte deutlich, sein Land wolle Fehler der Vergangenheit im Streit über das nordkoreanische Atomprogramm nicht wiederholen. Deshalb würden Sanktionen gegen Nordkorea erst gelockert, wenn das Ziel der Denuklearisierung erreicht sei. Die Definition dieses Begriffes, der aus US-Sicht den völligen und baldigen Verzicht auf Atomwaffen bedeutet, ist einer der Knackpunkte. Nordkorea sieht einen Abbau seiner Atomwaffen nur im Rahmen eines langfristigen Prozesses, der auch seine Sicherheitsinteressen berücksichtigt.

Atomkonflikt beschäftigt Japan, Südkorea und China 

Die Lösung des Konflikts mit Nordkorea dominierte auch einen Gipfel der drei benachbarten Staaten Japan, Südkorea und China. Bei einem Spitzentreffen in Tokio betonten der chinesische Premier Li Keqiang, Südkoreas Präsident Moon Jae und Japans Regierungschef Shinzo Abe die Notwendigkeit einer Denuklearisierung weitgehend isolierten Staates.

Südkorea, Japan und China beraten über Nordkorea (Getty Images/AFP/Kim Kyung-Hoon)

Regionales Dreieck: Südkorea, Japan und China beraten über Nordkorea

Die Staats- und Regierungschefs teilten mit, sie wollten bei der Lösung des Atomkonflikts mit Nordkorea stärker zusammenarbeiten. Dessen Machthaber Kim Jong Un hatte bei einem historischen Gipfeltreffen mit Südkoreas Präsident Moon vor kurzem seinen Willen zu einem vollständigen Abbau seines Atomwaffenprogramms bekräftigt.

Nordkoreas Nachbarn rücken zusammen

Es war das erste Mal seit rund zweieinhalb Jahren, dass die Spitzen Japans, Südkoreas und Chinas wieder zu ihrem eigentlich jährlich vorgesehenen Dreier-Treffen zusammenkamen. Seit Jahren sind die Beziehungen wegen der rechtskonservativen Politik von Abe und dessen Umgang mit der japanischen Kriegsvergangenheit angespannt.

Südkorea, Japan und China beraten über Nordkorea (Getty Images/AFP/E. Hoshiko)

Chinas Premier Li Keqiang,Japans Regierungschef Shinzo Abe und Südkoreas Präsident Moon Jae demonstrieren Einigkeit

Das Ringen um eine diplomatische Lösung im Atomkonflikt mit Nordkorea bringt die drei Nachbarstaaten jedoch inzwischen wieder näher zueinander. So war es das erste Mal seit sechs Jahren, dass mit Moon wieder ein südkoreanischer Präsident Tokio besuchte. Mit Li Keqiang kam außerdem erstmals seit acht Jahren wieder ein chinesischer Premier nach Japan.

cw/sam (dpa, afpe)

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