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US-Arbeitsmarktdaten lassen Zinswende näherrücken

7. August 2015

Schlechter als erwartet, aber gut genug, um die US-Notenbank in ihren Plänen zu bestärken: 215.000 neue US-Jobs im Juli lassen eine baldige Zinserhöhung durch die Fed immer wahrscheinlicher werden.

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USA Arbeitsmarkt (Symbolbild)
Bild: picture alliance/landov

Die Aussicht auf eine baldige Zinserhöhung in den USA hat am Freitag bei Anlegern weltweit auf die Stimmung gedrückt. Auslöser war der mit großer Spannung erwartete Arbeitsmarktbericht der US-Regierung. Demnach stieg die Zahl neuer Arbeitsstellen im Juli um 215.000. Das war zwar etwas weniger als von Analysten vorausgesagt, aber immer noch ein kräftiges Plus. Experten zufolge untermauert es die Erwartung, dass die US-Notenbank Fed bereits in wenigen Wochen mit ihren Zinsanhebungen beginnen wird. "Alles scheint absolut perfekt für die Fed, um die Zinsen im September zu erhöhen", sagte Analystin Kim Forrest vom Anlageberater Fort Pitt Capital Group. Steigen die Zinsen, verteuern sich für Unternehmen und Privatleute die Kredite. Dies wiederum belastet die Aktienkurse.

Niedrigste Arbeitslosenquote seit 2008

Damit bleibt die Arbeitslosenquote in den USA auf dem tiefsten Stand seit sieben Jahren. Nach Angaben des Arbeitsministeriums in Washington verharrte die Quote im Juli bei 5,3 Prozent, demselben Stand wie im Juni und dem niedrigsten Stand seit April 2008.

Experten erwarten, das damit eine Zinswende der Notenbank Fed im September immer wahrscheinlicher wird. Analysten hatten zwar mit 10.000 mehr neuen Stellen im Juli gerechnet - allerdings wurden die Zahlen für die beiden Vormonate Mai und Juni um insgesamt 14.000 Stellen nach oben korrigiert. "Der US-Arbeitsmarkt kann die Erwartungen zwar nicht ganz erfüllen, doch der Stellenaufbau lag über der Marke von 200.000, und das dürfte für die Fed zählen", kommentierte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank.

Die Entwicklung auf dem Jobmarkt ist einer der zentralen Gradmesser für die Fed, den richtigen Zeitpunkt zu finden, um sich von der Ära des ultrabilligen Geldes zu verabschieden. "Die Anzahl der neu geschaffenen Stellen ist hoch genug, um eine Zinserhöhung in den kommenden Monaten zu rechtfertigen", sagte Experte Gitzel.

(tko/hb, dpa, rtr)