Urteil nach Messerattentat auf Bürgermeister | Aktuell Deutschland | DW | 11.06.2018
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Kriminalität

Urteil nach Messerattentat auf Bürgermeister

Er hatte den Bürgermeister der nordrhein-westfälischen Stadt Altena mit einem Messer angegriffen. Die Richter verurteilten Werner S. nun wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Bewährungsstrafe.

Die Staatsanwaltschaft hatte die Tat ursprünglich als Mordversuch angeklagt. Das Hagener Schwurgericht kam jedoch zu dem Schluss, dass eine Tötungsabsicht nicht festgestellt werden konnte. Der Mann wurde wegen gefährlicher Körperverletzung und Bedrohung zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt.

Der Angeklagte hatte die Tat zwar gestanden, aber betont, dass er Bürgermeister Andreas Hollstein nicht habe verletzen wollte. Er habe sich finanziell in einer ausweglosen Situation befunden.

Deutschland - Messerangriff auf Bürgermeister Hollstein (picture alliance/AP/M. Meissner)

Der Bürgermeister von Altena, Andreas Hollstein

Vor der Tat in einem Dönerimbiss in Altena soll der Angeklagte laut Staatsanwaltschaft den Bürgermeister mit den Worten "Ich steche Dich ab - Du lässt mich verdursten und holst 200 Ausländer in die Stadt" angeschrien haben. Die Stadt im Sauerland gilt als Vorzeigekommune bei der Flüchtlingsintegration.

S. hatte in dem Hagener Prozess jede Tötungsabsicht und fremdenfeindliche Motivation bestritten. Der für seine humane Flüchtlingspolitik bekannte Hollstein war bei dem Attentat leicht verletzt worden. Allerdings waren die Betreiber des Dönergrills dem Bürgermeister zu Hilfe gekommen. Sie hatten den Angreifer überwältigt und festgehalten, bis die Polizei kam.

Die Staatsanwaltschaft zeigte sich in ihrem Schlussvortrag überzeugt, dass es keine Anhaltspunkte für Verbindungen von S. in die rechtsextreme Szene gebe. Vielmehr habe der Angeklagte in wirtschaftlich "prekären Verhältnissen" und sozialer Isolation gelebt.

Im März hatte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier den Döner-Grill in Altena besucht, um Kommunalpolitikern wie Hollstein Rückendeckung zu geben.

rb/sti (afp, dpa)

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