Urlaub trotz Corona: In diese Länder können Touristen reisen | DW Reise | DW | 26.09.2020
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Reisen

Urlaub trotz Corona: In diese Länder können Touristen reisen

Die Herbstferien stehen vor der Tür. Aber die Zahlen der Corona-Neuinfektionen in Europa steigen rasant. Einreisebestimmungen werden ständig aktualisiert. Ein Überblick.

Am 5. Oktober beginnen in den ersten Bundesländern die Herbstferien. Zuhause bleiben oder doch eine Flugreise ans Mittelmeer wagen? Die Zahlen der Corona-Neuinfektionen in Europa steigen rasant. Die Bundesregierung hat zahlreiche Regionen in EU-Ländern zu Corona-Risikogebieten erklärt und für diese eine Reisewarnung ausgesprochen. Aktuelle Informationen dazu finden Reisende auf der Webseite des Auswärtigen Amtes.

Jedes Land in Europa wappnet sich mit neuen Regeln und Auflagen gegen die steigenden Infektionszahlen. Wo gilt Maskenpflicht? Wer muss zum Corona-Test? Welche Regionen werden zu Risikogebieten erklärt? 

Deutschland

Die Bundesregierung hat jetzt für jedes zweite EU-Land Corona-Risikogebiete ausgewiesen. Aber es bleiben noch genügend Reiseziele, die sich für einen Herbst-Urlaub anbieten.

Und generell gilt: Reisewarnungen sind kein Verbot, sollen aber eine erhebliche abschreckende Wirkung haben. Allerdings haben sie auch eine positive Seite für Verbraucher: Sie ermöglichen es Reisenden, Buchungen kostenlos zu stornieren.

Wer dennoch in ein Risikogebiet reist oder erst dort vor Ort von einer neu ausgesprochenen Reisewarnung überrascht wird, muss sich 48 Stunden vor oder nach der Wiedereinreise nach Deutschland auf Corona testen lassen. Und solange in Quarantäne bleiben, bis das Testergebnis vorliegt.

Spanien

Seit 21. September gelten in der Hauptstadt Madrid neue, schärfere Corona-Beschränkungen. Sie betreffen überwiegend ärmere Stadtteile und Vororte im Süden Madrids. Die Menschen dort dürfen ihren Bezirk nur in Ausnahmefällen verlassen, Parks wurden geschlossen, Geschäfte, Bars und Restaurants müssen die Zahl ihrer Gäste halbieren. Die Menschen in den betroffenen Vierteln protestieren gegen die "Ausgangssperre nach sozialen Klassen".

Spanien ist das am stärksten von der Pandemie betroffene Land Europas. Das Auswärtige Amt hat für  ganz Spanien eine Reisewarnung ausgesprochen. Auch die Kanarischen Inseln wurden zum Risikogebiet erklärt. 

Wer trotzdem nach Spanien will, muss vor der Reise ein Online-Formular ausfüllen, dann erhält man einen QR-Code, der bei der Einreise per Flugzeug vorzuweisen ist.

Im Land selbst gelten strenge Corona-Regeln: Masken müssen auch im Freien getragen werden. Das Nachtleben ist landesweit unterbunden, das Rauchen im öffentlichen Raum verboten, wenn der Sicherheitsabstand nicht eingehalten werden kann. Und Alkohol darf auch nicht mehr im Freien getrunken werden. Auf Mallorca bleiben die städtischen Strände und Parks zwischen 21 Uhr abends und sieben Uhr morgens geschlossen. Kneipen, Restaurants und Cafés dürfen nur noch die Hälfte der sonst üblichen Gästezahl empfangen.

Portugal

Auch Portugal erlebt eine steigende Zahl an Neuinfektionen. In der Region Lissabon liegt die Inzidenz derzeit bei mehr als 50 Fällen pro 100.000 Einwohner auf sieben Tage, weshalb diese zum Risikogebiet eingestuft wurde. Auch der Norden des Landes verzeichnet ein hohes Infektionsgeschehen. Bisher wurde jedoch vom Auswärtigen Amt in Berlin noch keine Reisewarung für diese Region ausgesprochen. 

Derzeit gibt es keine bekannten Einreisebeschränkungen für Deutsche, die auf dem Luft- oder Landweg aus Deutschland auf dem portugiesischen Festland einreisen. Reisende müssen bei Einreise jedoch persönliche Angaben zum Zielort, Reisegrund und ihrer Erreichbarkeit, auch während des Aufenthalts in Portugal, machen. Es wird zudem bei allen Einreisenden per Infrarot die Körpertemperatur gemessen.  

Portugal | Strand von Praia da Luz (Getty Images/AFP/P. de Melo Moreira)

Die Strände an der Algarve wurden noch nicht zum Risikogebiet erklärt

Im öffentlichen Raum darf kein Alkohol konsumiert werden. Auch dürfen alkoholische Getränke nicht an Tankstellen und ab 20 Uhr auch nicht in Gaststätten (außer in Verbindung mit Mahlzeiten) verkauft werden. Es gilt eine Höchstgrenze von vier Personen pro Gruppe in Restaurants und Cafés, die 300 m von Schulen entfernt sind. Die gleiche Höchstgrenze von vier Personen gilt für Gruppen im Essensbereich von Einkaufszentren.

Das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung in Geschäften und in den öffentlichen Verkehrsmitteln ist Pflicht. Bei Verstoß kann eine Geldstrafe gegen Einzelpersonen von bis zu 500 Euro, gegen Gruppen von bis zu 5.000 Euro verhängt werden.

Frankreich

Auch in Frankreich steigen die Corona-Fallzahlen rasant. Die Bundesregierung hat in den letzten Wochen für immer weitere Teile Frankreichs eine Reisewarnung ausgesprochen. Sie betrifft u.a. die bei Touristen beliebten Städte Paris, Nizza und Marseille. Zuletzt (23.9.) wurden die Normandie, die Bretagne und das Loiretal zu Risikogebieten erklärt. 

Die Regierung in Paris hat die Corona-Beschränkungen noch einmal verschärft. Im Hotspot Marseille etwa müssen ab Samstag, den 26. September, alle Bars und Restaurants schließen. Landesweit gilt in öffentlichen Verkehrsmitteln und in öffentlichen geschlossenen Räumen wie beispielsweise Geschäften und Markthallen eine generelle Maskenpflicht.

Großbritannien

Die zweite Corona-Welle trifft auch Großbritannien hart. Dabei bestimmt jeder Landesteil über seine eigenen Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie: 

In England müssen die Pubs ab 24. September spätestens und 22 Uhr schließen. Die Maskenpflicht ist in Taxis, Geschäften, Restaurants und Pubs ist verpflichtend.

Auch in großen Teilen Nordostenglands wurden neue Kontaktbeschränkungen verhängt, die auf Liverpool und weite Gebiete in Nordwest- und Mittelengland ausgedehnt wurden. In Wales gibt es wieder einen Lockdown. Ein- und Ausreisen sind nur noch in begründeten Fällen erlaubt.

UK Strand bei Watergate Bay in Cornwall (DW/N. Martin)

Lange Strände, steile Klippen - Cornwall, eines der schönste Reiseziele in England

Ab 28. September werden in ganz Großbritannien die Strafgelder bei Verstößen gegen die Corona-Regeln drastisch erhöht: Wer etwa die Isolationspflicht nach einem positiven Corona-Test missachtet, muss mit einer Geldstrafe von bis zu 10.000 Pfund (11.000 Euro) rechnen.

Reisende aus Deutschland und einigen anderen Ländern Europas können ohne Einschränkungen einreisen. Die Liste mit diesen "Reisekorridoren" wird ständig aktualisiert. Jeder Einreisende muss ein umfangreiches Online-Formular mit Kontaktdaten und Informationen zu früheren Reisezielen vorlegen.

Für Reisende aus Risikogebieten gilt weiterhin die Pflicht zur zweiwöchigen Quarantäne. Dazu gehören inzwischen wieder eine ganze Reihe europäischer Länder wie Spanien, Frankreich, Belgien, die Niederlande, Österreich und Kroatien.

Griechenland

Die Einreise nach Griechenland aus den meisten EU-Staaten ist erlaubt. Die griechische Regierung hat aber nach gestiegenen Infektionszahlen umfangreiche Einschränkungen für zahlreiche Urlaubsregionen und Städte angeordnet, darunter sind auch für die Hauptstadt Athen und die Hafenstadt Thessaloniki sowie einige Regionen auf Kreta. Dort sind Feiern, Partys, religiöse Feierlichkeiten und Wochenmärkte untersagt. Alle Tavernen, Bars und Diskos müssen um 24.00 Uhr schließen.

Griechenland Akropolis in Athen (picture-alliance/dpa/A. Vafeiadakis)

Die Akropolis in Athen: 2019 besuchten 2,9 Millionen Menschen die antike Stätte

Reisende müssen sich mindestens 24 Stunden vor der Ankunft elektronisch anmelden und angeben, wo sie vorher waren und wo sie sich aufhalten werden. Die Einreise über den Landweg ist für Touristen nur über Bulgarien möglich und nur, wenn die Einreisenden einen negativen Corona-Test vorlegen, egal aus welchem Land sie stammen. Der Test darf nicht älter als 72 Stunden sein.

Österreich

Aktuell steigen vor allem in der Hauptstadt Wien und in den Urlaubsregionen Tirol und Vorarlberg die Corona-Fallzahlen. Das Auswärtige Amt hat deshalb eine Reisewarnung für die drei Regionen ausgesprochen. Das bedeutet, dass sich Rückkehrer nach Deutschland einem Corona-Test unterziehen und das Ergebnis in Quarantäne abwarten müssen. 

Für die Einreise nach Österreich gilt: Wer sich zehn Tagen zuvor in einem Corona-Risikogebiet aufgehalten hat, muss einen negativen Test vorweisen oder in der Quarantäne nachholen. Deutsche Urlauber, die auf der Heimreise von Kroatien, Rumänien und Bulgarien sind, müssen ohne Zwischenstopp durch Österreich fahren, auch Tanken ist nicht erlaubt. Es empfiehlt sich also, vorher noch in Slowenien zu tanken. 

Österreich Pferdekutsche vor der Hofburg in Wien (picture-alliance/Arco Images/G. Lenz)

Warten auf Kundschaft: Fiaker vor der Wiener Hofburg

Landesweit müssen Mund und Nase in allen Geschäften bedeckt sein, ebenso in Bussen und Bahnen und in allgemein zugänglichen Indoor-Bereichen von Beherbergungsbetrieben. In den Bundesländern Vorarlberg, Tirol und Salzburg wird außerdem für mindestens drei Wochen die Sperrstunde vorgezogen: Dort müssen Lokale vom 25. September an schon um 22 Uhr schließen. Im Rest des Landes bleibt es bei ein Uhr.

Niederlande

Die Bundesregierung hat für einige Regionen in den Niederlanden eine Reisewarnung ausgesprochen, u.a. für die Städte Amsterdam, Rotterdam, Utrecht und Den Haag. Dort gelten auch die strengsten Regeln. An belebten Plätzen, Geschäften in der City und dem Rotlichtviertel muss eine Gesichtsmaske getragen werden. 

Die Niederlande selbst lassen Deutsche problemlos einreisen. Aber für Spanien, Frankreich und Belgien wurden die Reisewarnungen verschärft. Wer aus diesen Ländern in die Niederlande einreist, soll für 14 Tage in Quarantäne. 

Belgien

Prinzipiell ist deutschen Touristen die Einreise nach Belgien erlaubt. Allerdings gibt es für einige deutsche Regionen strengere Auflagen. So müssen sich Reisende aus Ober- und Niederbayern, Arnsberg, Düsseldorf und Darmstadt in eine 14-tägige Quarantäne begeben, ein Corona-Test wird empfohlen.

Belgien Atomium in Brüssel (picture-alliance/dpa/D. Karmann)

Das Atomium, eines der Wahrzeichen von Brüssel

Am Flughafen der Hauptstadt Brüssel wird mit Wärmekameras die Temperatur aller Passagiere gemessen. Bei mehr als 38 Grad kann die Einreise verweigert werden. Wegen steigender Corona-Fallzahlen sind in Belgien die Beschränkungen wieder verschärft worden. So gilt eine Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen mit viel Publikum sowie in Bussen und Bahnen, Museen und Geschäften. Gäste in Kneipen und Restaurants müssen Kontaktdaten hinterlassen. Einkaufen gehen darf man nur noch alleine und für maximal 30 Minuten.

Wegen eines deutlichen Anstiegs von Corona-Fällen rät das Auswärtige Amt vor touristischen Reisen nach Brüssel ab. Das bedeutet für heimkehrende Urlauber aus Brüssel, dass sie sich einem Coroantest unterziehen müssen. Bis das Ergebnis vorliegt, müssen sich Reisende in häusliche Quarantäne begeben. Die Reisewarnung für die Region Antwerpen wurde am 2. September von der Bundesregierung aufgehoben.

Luxemburg

Seit 25.09. gilt das gesamte Großherzogtum als Risikogebiet. Luxemburg grenzt an das Saarland und an Rheinland-Pfalz. Die luxemburgische Regierung hatte frühere Grenzschließungen und Reisewarnungen seitens Deutschlands stets kritisiert. In dem kleinen Land mit seinen etwa 630.000 Einwohnern gibt es zahlreiche Berufspendler, die regelmäßig die Grenze überqueren. 

Tschechien

Die meisten tschechischen Regionen waren bereits am 23.09. in die Risikoliste aufgenommen worden, jetzt ist das gesamte Land zum Risikogebiet erklärt worden. Tschechiens Gesundheitsminister Roman Prymula kündigte für die kommende Woche Einschränkungen der Freizeitaktivitäten an, um die Infektionszahlen zu drücken. 

Schweiz

In der Schweiz steigen die gemeldeten Infektionen seit ein paar Wochen wieder. Deshalb wurden die Einreise-Bestimmungen angepasst: Reisenden aus weltweit 50 Ländern und Regionen müssen sich in eine zehntägige Quarantäne begeben; auch die österreichische Hauptstadt Wien ist davon betroffen.

Besucher aus Deutschland aber können noch problemlos in die Schweiz fahren. Es sei denn, sie haben sich in den letzten 14 Tagen in einem Risikogebiet aufgehalten. Dann müssen auch sie zehn Tage lang in Quarantäne. Wer aus einem Risikogebiet mit Auto, Bus oder Bahn zurück nach Deutschland will, kann aber ohne weiteres die Schweiz durchqueren, bei später Ankunft sogar mit Übernachtung.

Das Auswärtige Amt in Berlin hat die Kantone Genf, Freiburg und Waadt zu Risikogebieten erklärt.

Italien, Venedig: Boote auf dem Canal Grande vor Rialtobrücke (picture-alliance/S. Lubenow)

Die Rialtobrücke zählt zu den Wahrzeichen in Venedig

Italien

Die neueste Meldung aus Italien: Für die Reise auf die Mittelmeer-Insel Sardinien muss ein negativer Corona-Test vorgelegt werden, der nicht älter als 48 Stunden sein darf.

Die Infektionszahlen im ganzen Land stiegen zuletzt deutlich an, weswegen die italienische Regierung die Corona-Auflagen bis zum 14. Oktober verlängert hat. Sämtliche Diskotheken sind geschlossen, für alle öffentlichen Plätze gilt eine nächtliche Maskenpflicht.

Außer nach Sardinien dürfen die meisten Urlauber aus der EU ohne Beschränkungen einreisen. Für Ankünfte aus Kroatien, Griechenland, Malta, Spanien, Bulgarien und Rumänien verhängte Rom wieder eine zweiwöchige Quarantänepflicht – sie gilt auch für Besucher aus Nicht-EU-Ländern.

Innerhalb Italiens darf man sich ungehindert fortbewegen. In Geschäften, Zügen oder anderen geschlossenen Räumen gilt Maskenpflicht. Größere Ansammlungen sind verboten, stehen die Leute zu eng zusammen und trinken auf der Piazza, greift die Polizei häufig ein. 

An Stränden müssen Distanzregeln eingehalten werden. In den Bars und Restaurants haben viele Wirte ihre Tische fast komplett nach draußen gestellt. 

Kroatien

In dem beliebten Urlaubsland an der Adria zeigt die Infektionskurve deutlich nach oben. Deutschland für viele Regionen eine Reisewarnung ausgesprochen, unter anderem für die Städte Split und Dubrovnik.

Die kroatische Regierung verschärft ihre Auflagen: Alle Lokale und Clubs müssen um Mitternacht schließen, Veranstaltungen mit mehr als 100 Personen sind nicht erlaubt. Außerdem gelten Abstandsregeln und Maskenpflicht im öffentlichen Nachverkehr sowie in geschlossenen Räumen.

Deutsche und Bürger aus anderen EU-Staaten dürfen ohne Nachweis von Gründe einreisen. Die Reisenden müssen an der Grenze nur erklären, wo sie sich aufhalten werden und wie sie erreichbar sind.

Das Auswärtige Amt warnt, dass Urlauber auf den kroatischen Inseln stranden könnten - im nicht erholsamen Sinn: Sollten die Infektionszahlen stark ansteigen, müssten Reisende damit rechnen, dass Brücken- und Fährverbindungen kurzfristig stark eingeschränkt werden und ein Verlassen oder Betreten der Inseln nicht mehr möglich ist.

Dänemark

Deutsche Urlauber können problemlos nach Dänemark reisen. Alle Grenzübergänge sind wieder geöffnet. Allerdings hat die Bundesregierung am 23. September Kopenhagen und die Ferieninsel Bornholm zum Risikogebiet erklärt und warnt vor Reisen dorthin.

In Kopenhagen gelten verschärfte Vorschriften, auch für Gaststätten: Restaurants, Bars und Cafés müssen bereits um 22 Uhr schließen. In den öffentlichen Verkehrsmitteln und am Flughafen besteht Maskenpflicht.

Schweden

Die Schweden haben trotz insgesamt sinkender Infektionszahlen noch vergleichsweise hohe Corona-Werte zu verkraften. Dies sorgt unter anderem dafür, dass sie innerhalb Skandinaviens und Europas nicht so freizügig reisen können wie manch andere. Die schwedischen Grenzen sind für EU-Bürger dagegen offen - die Anreise per Flugzeug, Fähre oder Auto über die Öresundbrücke ist möglich, und auch innerhalb des Landes gibt es keine Beschränkungen.

Rote Holzhäuser auf der Insel Tjörn, Schweden (picture-alliance/pixeljunge)

Deutsche Urlauber zählen zu Schwedens Stammgästen

Angesichts der sinkenden Infektionszahlen hatte das Auswärtige Amt Mitte Juli seine Reisewarnung für das skandinavische Land aufgehoben. Schweden war lange Zeit der letzte EU-Staat, für den noch eine deutsche Reisewarnung galt.

Norwegen

Wegen steigernder Infektionszahlen hat die Regierung in Oslo die Reisebeschränkungen auf folgende Länder ausgeweitet: Polen, Niederlande, Malta, Zypern und Island, die zum dänischen Königreich zählenden Färöer-Inseln sowie mehrere Regionen in Schweden und Dänemark. Wer aus diesen Ländern und Gebieten nach Norwegen einreisen will, muss für zehn Tage in Quarantäne, auch deutsche Urlauber.

Probleme bereitet den Norwegern auch der Kreuzfahrtsektor: Nach einem Corona-Ausbruch mit einigen Dutzend Infektionen auf einem Expeditionsschiff der Reederei Hurtigruten hat die Regierung für die Branche wieder strengere Maßnahmen eingeführt, damit Passagiere und Besatzungsmitglieder von Schiffen mit mehr als 100 Personen an Bord derzeit nicht an Land gehen können.

Finnland

Finnland gehört zu den wenigen Ländern, die ihre Einreisebeschränkungen lockern; allerdings galten bisher sehr strenge Auflagen. Nun dürfen Touristen aus Ländern mit geringen Infektionszahlen wieder nach Finnland ins reisen. Damit reagiert die Regierung in Helsinki auf den Druck der Tourismusindustrie. Bislang war die Einreise aus Ländern mit mehr als acht Covid-19-Fällen pro 100.000 Personen war verboten. Ab 19. September wird die Grenze auf maximal 25 Infizierte pro 100.000 Einwohnern heraufgesetzt. Das heißt, Deutsche können dann wieder problemlos in das skandinavische Land einreisen und müssen sich nicht in Quarantäne begeben. Finnlands Infektionsrate lag in den vergangenen zwei Wochen bei 7,8 Fällen pro 100.000 Einwohnern und gehört damit zu den niedrigsten in Europa.

Island

Auf der stark vom Tourismus abhängige Nordatlantik-Insel wird jeder Reisende bei Ankunft auf Corona getestet. Anschließend muss er sich für fünf bis sechs Tage in Quarantäne begeben, bevor ein zweiter Corona-Test ansteht. In Situationen, in denen ein Abstand von zwei Metern nicht eingehalten werden kann, sowie auf Bus- und Bahnfahrten länger als 30 Minuten wird um das Tragen eines Mundschutzes gebeten.

Irland

Reisende aus Deutschland müssen nach ihrer Ankunft in Irland weiterhin zwei Wochen in Isolation gehen. Von nichttouristischen Reisen raten die irischen Behörden ab. Bei der Einreise müssen zudem Kontaktdaten hinterlassen werden. 

In öffentlichen Verkehrsmitteln sowie in Geschäften und anderen geschlossenen Räumen müssen Masken getragen werden. Spontan ein Guinness in uriger Atmosphäre zu trinken, ist nur schwer möglich: Hotelbars und viele Pubs sind geschlossen.

Deutschland hat die Region Dublin zum Risikogebiet erklärt, da hier mit Abstand die meisten Neuinfektionen in Irland gezählt werden. Die irischen Behörden haben die Corona-Maßnahmen für Dublin verschärft: Die Hauptstadtbewohnen dürfen die Grenzen des Bezirks Dublin bis Anfang Oktober nur wegen ihrer Arbeit oder anderer wichtiger Gründe überschreiten.

Türkei

Die Türkei ist - nach Spanien und Italien – das drittbeliebteste Urlaubsland der Deutschen. Anfang August hatte das Auswärtige Amt grünes Licht für Urlaubsreisen an die türkische Mittelmeerküste gegeben. Die Reisewarnung wurde für die Provinzen Antalya, Izmir, Aydin und Mugla aufgehoben. Für alle anderen Provinzen, darunter auch die Metropole Istanbul sowie die Hauptstadt Ankara, bleibt die Reisewarnung bis 14. September bestehen.

Türkei Touristen am Strand von Antalya (picture-alliance/AA/M. Ciftci)

Sonnensicher und preiswert: Deutsche lieben den Urlaub in der Türkei

Alle, die aus der Türkei nach Deutschland zurückreisen, müssen bei der Ausreise
einen negativen Corona-Testnachweis vorlegen, der nicht älter als 48 Stunden sein darf.

Der Tourismus ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige für die Türkei. Vergangenes Jahr machten nach offiziellen Angaben mehr als fünf Millionen Deutsche dort Urlaub. Durch die Corona-Pandemie ist der Tourismus stark eingebrochen. Alleine im Juni kamen nach Angaben des Tourismusministeriums fast 96 Prozent weniger Besucher ins Land als im Vorjahr. 
dpa/afp/reuters (at/ey/ks)

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