Urlaub in Deutschland - Was Einreisende jetzt wissen müssen | DW Reise | DW | 08.07.2020
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Corona-Krise

Urlaub in Deutschland - Was Einreisende jetzt wissen müssen

Deutschlands Grenzen sind wieder geöffnet. Was müssen Touristen bei der Einreise beachten? Welche Corona-Auflagen gelten? Wo können Reisende sich informieren? Und was können sie in Deutschland unternehmen? Ein Überblick.

Zwei Touristen machen auf Selfie vorm Brandenburger Tor, der Vorplatz ist fast menschenleer (Foto: picture-alliance/dpa/K. Nietfeld).

Nix los: Am Berliner Touristen-Hotspot Brandenburger Tor posieren kaum Touristen

Um es vorweg zu nehmen: Einreisenden nach Deutschland wird es nicht leicht gemacht, sich zu informieren. Es gibt nicht die eine Übersichts-App oder Webseite, auf der alle Informationen gebündelt werden. Unterschiedliche Behörden und Institutionen bieten unterschiedliche Informationen. Hier eine Übersicht über die wichtigsten Regelungen und Webseiten.

Die gute Nachricht ist: Reisen nach Deutschland sind wieder möglich. Nachdem die Corona-Krise den weltweiten Tourismus für rund drei Monate zum Stillstand gebracht hatte, haben viele Länder Europas ihre Grenzen wieder geöffnet. Konkret bedeutet das: Wer aus der Europäischen Union, Großbritannien oder Ländern des Schengen-Raums nach Deutschland reist, braucht dafür keinen triftigen Grund mehr und muss sich keiner Quarantäne unterziehen. Reisende können sich frei im gesamten Bundesgebiet bewegen. 

Einschränkungen gelten beispielsweise für Einreisende aus Schweden. Aufgrund der relativ hohen Zahl der Neuinfektionen in dem skandinavischen Land, müssen sie sich nach ihrer Ankunft in Deutschland 14 Tage in häusliche Quarantäne begeben. Das gilt auch für Deutsche, die aus dem Schweden-Urlaub zurückkehren. Allerdings ist die Quarantäne für Einreisende aus Schweden in nur einigen Bundesländern verpflichtend, etwa in Bayern, Baden-Württemberg, Sachsen, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein.

Einschränkungen für Einreisende aus Drittstaaten 

Strenge Einreisebeschränkungen gelten nach wie vor für Einreisen aus sogenannten Drittstaaten. Menschen von dort dürfen nur mit triftigem Grund nach Deutschland und in die anderen EU- und Schengen-Staaten einreisen. Nach der Einreise müssen sie sich in jedem Fall einer zweiwöchigen Quarantäne unterziehen. Ab 1. Juli hat die EU-Kommission jedoch Einreisebeschränkungen für 15 Drittstaaten aufgrund niedriger Infektionszahlen gelockert. Das betrifft Algerien, Australien, Kanada, Georgien, Japan, Marokko, Montenegro, Neuseeland, Ruanda, Serbien, Südkorea, Thailand, Tunesien und Uruguay. China soll nur dann berücksichtigt werden, wenn es im Gegenzug auch Einreisebeschränkungen für Europäer aufhebt.

Deutschland folgt dem EU-Beschluss nur teilweise. Es hat die Einreisebeschränkungen nur für acht dieser 15 Drittstaaten aufgehoben, nämlich Australien, Georgien, Kanada, Montenegro, Neuseeland, Thailand, Tunesien sowie Uruguay. Alle zwei Wochen wollen die EU und Deutschland die Einreise-Liste der Drittstaaten überprüfen und aktualisieren.

In Quarantäne oder nicht?

Für Länder mit vielen Neuinfektionen werden Reisebeschränkungen vorerst in Kraft bleiben. Sie gelten als Risikogebiete. Wer aus diesen Ländern einreist, muss sich nach Ankunft in Deutschland umgehend für 14 Tage selbst isolieren und das zuständige Gesundheitsamt von der Einreise informieren. Dazu gehören auch die USA, Russland und Brasilien.

Informationen über Einreisebestimmungen aller 27 EU-Mitgliedsstaaten finden Reisende auf der neuen Webseite der EU: Re-open EU. Diese informiert in 24 Sprachen über die Corona-Regeln der einzelnen EU-Länder und wird ständig aktualisiert.

Welche Angebote gibt es für Touristen in Deutschland?

Ob Schlösser, Museen, Gedenkstätten oder Freizeitparks: Mittlerweile sind die meisten Sehenswürdigkeiten und Touristenattraktionen wieder geöffnet - allerdings mit teils erheblichen Einschränkungen. Im ganzen Bundesgebiet gelten weiterhin Abstandsregeln und Hygieneauflagen. Wie diese konkret umgesetzt werden, entscheiden allerdings die Bundesländer individuell. Aktuelle Informationen zu den Bestimmungen der einzelnen Bundesländer finden Reisende hier.

Touristische Führungen aller Art können wegen der Corona-Auflagen nur in verkleinertem Umfang durchgeführt werden. So beschränkt etwa das Schloss Neuschwanstein - eines der beliebtesten deutschen Touristenziele überhaupt - seine zulässige Besucherzahl auf zehn Prozent im Vergleich zur Zeit vor der Corona-Krise. Viele Museen bieten aktuell gar keine Führungen an. zum Beispiel die Staatlichen Museen zu Berlin. Hier bekommen Besucher ein Zeitfensterticket. In den meisten Museen in Deutschland ist zudem das Tragen einer Mund-Nasen-Maske verpflichtend. Das gilt ebenfalls für die meisten Stadtrundfahrten. Ob mit Bus oder Boot: Auch hier müssen Abstandsregeln und Hygienemaßnahmen befolgt werden. Ein Mund-Nasen-Schutz ist hier, wie auch in öffentlichen Verkehrsmitteln, Pflicht. Größere Veranstaltungen und Partys sind bis auf weiteres nicht möglich. Konzerthallen und Clubs bleiben weiterhin geschlossen. Massenevents wie das Münchner Oktoberfest sind abgesagt. Kinos, Theater und Opernhäuser sind vielerorts noch geschlossen oder erlauben nur eine geringe Besucherzahl.

Weniger Corona-Auflagen im Freien

Wer sich nicht so sehr einschränken möchte, sollte sich viel im Freien aufhalten. Dazu bietet Deutschland reichlich Gelegenheit - von den Stränden im Norden bis zu den Alpen im Süden. Doch auch wer Wandern, Radfahren oder einfach nur einen Ausflug ins Grüne machen möchte, sollte sich gewissen Einschränkungen bewusst sein. Die Abstandsregel von 1,50 Meter gilt auch im Freien. Und auch abseits der großen Städte gilt: Restaurants und Cafés müssen zusätzlich strenge Hygienevorschriften einhalten. Vielerorts kann deshalb der Betrieb, vor allem in Innenräumen weiterhin eingeschränkt sein. In manchen Bundesländern müssen Gäste zudem ihre Kontaktdaten hinterlassen - zur möglichen Rückverfolgung von Infektionsketten.

Ähnliche Beschränkungen gelten für Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen und Campingplätze. Die sind zwar wieder geöffnet, Schwimmbäder und Wellnessbereiche müssen in einigen Bundesländern allerdings noch geschlossen bleiben. Und auch auf das Frühstücksbuffet müssen Reisende vielerorts noch verzichten.

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