UNHCR: Zahl der Asylanträge in Deutschland weiter gesunken | Aktuell Welt | DW | 06.01.2019
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Migration

UNHCR: Zahl der Asylanträge in Deutschland weiter gesunken

Während die Flüchtlingszahlen im vergangenen Jahr weltweit gestiegen sind, nimmt die Zahl der Ankünfte in Deutschland weiter ab. Europa müsse dennoch seiner Verantwortung gerecht werden, fordern die UN.

Flüchtlinge in Deutschland (picture-alliance/dpa/C Schmidt)

Männer in einer Erstaufnahmeeinrichtung in Rheinland-Pfalz (Symbolbild)

Von Ende Dezember 2017 bis Mitte 2018 nahm die Zahl der Flüchtlinge, Binnenvertriebenen und Asylsuchenden weltweit um 300.000 auf insgesamt 68,8 Millionen zu, wie das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) mitteilte.

In Deutschland machte sich der weltweite Trend jedoch nicht bemerkbar. Es seien deutlich weniger Asylanträge gestellt worden als in den Vorjahren. Um 20 Prozent sei die Zahl zurückgegangen, hieß es. Das UNHCR verzeichnete 81.800 Anträge auf Asyl in den ersten sechs Monaten des Jahres 2018. Im Jahr 2017 waren es im gleichen Zeitraum 101.000, im Jahr 2016 noch 387.700.

UNHCR-Vertreter Dominik Bartsch (picture-alliance/dpa/J. Büttner)

UNHCR-Vertreter Dominik Bartsch fordert von Europa Konzepte für den Umgang mit Flüchtlingen

"Die Flüchtlingskrise findet woanders statt, etwa in Bangladesch oder Libanon", resümierte Dominik Bartsch, UNHCR-Repräsentant in Deutschland, bei der Vorstellung der Zahlen in Berlin. Jetzt, wo sich die Situation beruhigt habe, müsse Europa Konzepte für den Umgang mit Flüchtlingen finden, verlangte er. Denn sieben von acht Flüchtlingen hätten nicht etwa in Deutschland, Österreich oder Italien Zuflucht gefunden, sondern in Entwicklungsländern wie Bangladesch, Uganda oder Pakistan. Europa müsse aber seiner Verantwortung gerecht werden.

Syrien sei nach wie vor das Land, aus dem die meisten Flüchtlinge stammen. Jeder dritte Flüchtling auf der Erde sei Syrer. Die Zahl der Vertriebenen habe auch im vergangenen Jahr die der Rückkehrer überstiegen, so dass die Zahl der syrischen Flüchtlinge um gut 180.000 auf 6,5 Millionen gewachsen sei. Die meisten von ihnen lebten in der Türkei (3,6 Millionen), gefolgt von Libanon (968.100) und Jordanien (667.200).

In Deutschland lebten laut UNHCR Mitte 2018 rund 514.000 Syrer. Die Bundesrepublik habe im ersten Halbjahr 2018 rund 22.200 Syrer neu als Flüchtlinge anerkannt. Im ersten Halbjahr 2017 waren es noch 72.600.

Malta Flüchtlingsrettungsschiff Sea-Watch 3 (Reuters/D. Zammit Lupi)

Das Rettungsschiff Sea-Watch 3 einer deutschen NGO wartet im Mittelmeer vor der Insel Malta auf Erlaubnis, in einen Hafen einzulaufen

Die Zahl der Flüchtlinge aus Afghanistan stieg den Angaben zufolge um ein Prozent auf 2,7 Millionen. Gut die Hälfte von ihnen fand in Pakistan Zuflucht. Aus dem Südsudan seien 2,5 Millionen Menschen geflohen, 1,1 Millionen von ihnen seien jetzt in Uganda.

Papst mahnt zu Großherzigkeit

Zum christlichen Dreikönigsfest rief Papst Franziskus zu Hilfe für die auf dem Mittelmeer blockierten Rettungsschiffe mit 49 Menschen an Bord auf. "Eindringlich appelliere ich an die Regierenden in Europa, konkrete Solidarität gegenüber diesen Menschen zu zeigen", sagte er beim Angelusgebet in Rom.

Die zwei Rettungsschiffe der deutschen Organisationen Sea-Watch und Sea-Eye, "Sea-Watch 3" und "Professor Albrecht Penck" mit den Geretteten an Bord warten vor Malta weiter auf Landung in einem sicheren Hafen.

Der maltesische Premierminister Joseph Muscat begründete seine Weigerung, die beiden deutschen Schiffe einlaufen zu lassen, mit dem Argument, die Insel dürfe nicht zum Zentrum für von NGOs gerettete Migranten werden.

uh/fab (epd, afp, kna)

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