UNHCR: Landweg gefährlicher als Seeweg | Aktuell Afrika | DW | 03.11.2019
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Flüchtlinge

UNHCR: Landweg gefährlicher als Seeweg

Verdursten, Verhungern, Verkehrsunglücke: Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen warnt vor den Gefahren für afrikanische Migranten auf dem Weg zum Mittelmeer.

Niger Haupttransitland für Wirtschaftsflüchtlinge aus Westafrika (DW/A. Cascais)

Wird von vielen Migranten mit Ziel Mittelmeer durchquert: Wüste in Niger

"Wir gehen davon aus, dass vermutlich mindestens doppelt so viele Menschen auf dem Weg zum Mittelmeer sterben als im Mittelmeer selbst", erklärte Vincent Cochetel, Sondergesandter des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR). Die Zahl könne aber "auch viel höher" sein. "Niemand kann es mit Sicherheit sagen, aber es ist eine Tragödie", sagte Cochetel der Zeitung "Welt am Sonntag"

"Wir warnen die Migranten vor der gefährlichen Schleppertour durch die Wüste und verstärken in ihren Herkunftsländern unsere Unterstützung, um ihnen eine Lebensperspektive zu geben", erläuterte der deutsche Entwicklungsminister Gerd Müller. "Das heißt vor allem: Bildung, Ausbildung und Arbeit", so der christsoziale Politiker.

Hohe Dunkelziffer

Im Oktober hatte das Flüchtlingshilfswerk mitgeteilt, dass bei der Flucht über das Mittelmeer in diesem Jahr bereits mehr als 1000 Menschen ertrunken seien. 2018 hatte es insgesamt 2277 Tote und Vermisste gezählt. Ebenso wie das UNHCR weist auch die Internationale Organisation für Migration (IOM) auf eine hohe Dunkelziffer hin, so dass die vorhandenen Daten zu verstorbenen Migranten nicht belastbar seien.

Vincent Cochetel, UNHCR-Beauftragter (picture-alliance/dpa/M. Trezzini)

Sorgt sich um Migranten in Nordafrika: Vincent Cochetel

Offiziell registriert wurden laut IOM von 2014 bis Ende Oktober dieses Jahres mehr als 19.000 tote Migranten im Mittelmeer und exakt 4463 in Nordafrika. Bezüglich des Mittelmeers verfügt die Organisation allerdings über mehr und bessere Quellen, weswegen die Angaben für diesen Teil der Fluchtroute der Wirklichkeit näher kommen dürften als jene im Norden Afrikas.

Die meisten Migranten auf Landrouten dürften bei Verkehrsunglücken ums Leben gekommen sein. Andere verdursteten, verhungerten, fielen Gewalttaten zum Opfer oder erlagen Krankheiten, so die IOM.

wa/nob (kna, dpa)

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