UNDP warnt vor neuen Ungleichheiten | Aktuell Welt | DW | 09.12.2019
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Entwicklungsbericht

UNDP warnt vor neuen Ungleichheiten

In der Grundbildung und Gesundheit hat die Welt gute Fortschritte gemacht, befindet das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen. Doch großen Teilen der Weltbevölkerung droht, auf anderen Ebenen abgehängt zu werden.

Elfenbeinküste Studenten der ersten virtuellen Universität in Abidjan (Getty Images/AFP/I. Sanogo)

Die ersten Absolventen der Virtuellen Universität der Elfenbeinküste erhielten Ende November ihren Abschluss

Die neuen Ungleichheiten machen sich vor allem in drei Bereichen bemerkbar, heißt es in dem diesjährigen Entwicklungsbericht des UN-Entwicklungsprogramm UNDP. Diese sind die höhere Bildung, Technologie und die Klimaresistenz, also die Fähigkeit mit ungünstigen klimatischen Bedingungen umzugehen.

Bei falschen Maßnahmen drohe eine seit der Industrialisierung nicht gesehene "neue große Kluft". So wachse der Zugang zu schnellem Internet in hoch entwickelten Ländern 15 Mal schneller als in schlechter entwickelten Staaten. Auch der Anteil von Menschen mit hohen Schulabschlüssen steige dort mehr als sechs Mal schneller an. Von 100 Personen, die im Jahr 2000 in einem gering entwickelten Land geboren wurden, werden statistisch gesehen nur drei eine höhere Schulbildung erreichen. Lag der Geburtsort in einem sehr hoch entwickelten Land, sind es dagegen 55, rechnet die UN-Agentur vor.

Kambodscha Stelzenhaus See Tonle Sap (Imago Images/imagebroker/T. Antoniewski)

Stelzenhaus in Kambodscha: Wie gut können sich Personen an Klimaveränderungen anpassen?

"Was früher nur Extras waren, wie der Besuch einer Universität oder der Zugang zu Breitband-Internet, entscheidet heute immer öfter über Erfolg", sagte der verantwortliche UNDP-Mitarbeiter Pedro Conceição. Wer diese Voraussetzungen heute nicht habe, könne künftig leicht vom Fortschritt abgehängt werden.

Konkret bedeute dieser Trend, dass es für bereits unterentwickelte Regionen künftig noch schwieriger wird, hinsichtlich des Lebensstandards aufzuholen. Bis 2030 würden somit 90 Prozent der extrem verarmten Weltbevölkerung in Subsahara-Afrika leben. Die UNDP-Regionaldirektorin für Afrika, Ahunna Eziakonwa, mahnte: "Wenn die Menschen morgen vorankommen wollen, müssen wir sicherstellen, dass sie heute bereits gut dastehen."

Video ansehen 01:34

Afrika will beim Internet aufholen

Trotz der neuen Risiken lobte das UNDP afrikanische Staaten für "wesentliche Fortschritte". Erfolg habe es in den vergangenen Jahren vor allem in den Bereichen Grundbildung und Gesundheit gegeben. Die Lebenserwartung auf dem Kontinent sei seit 1990 um mehr als elf Jahre gestiegen. Allerdings habe dies die Ziele für Afrikas Regierungen gleichzeitig höhergesteckt, so das UNDP.

Global sei ein Trend zu einer stetig steigenden Lebensqualität zu verzeichnen, die im hochentwickelten Norwegen am größten sei, heißt es in dem UNDP-Bericht. Andererseits hätten zu viele Menschen in zu vielen Ländern ein Schicksal, das von Ungleichheit und verlorenen Chancen geprägt sei, hieß es. Immer mehr Menschen in der ganzen Welt demonstrierten gegen soziale Not und Benachteiligungen, sagt die UN-Agentur.

ust/AR (dpa, kna, epd, undp)

Die Redaktion empfiehlt