UN: Jedes zweite Flüchtlingskind kann nicht zur Schule gehen | Aktuell Welt | DW | 29.08.2018
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Migration

UN: Jedes zweite Flüchtlingskind kann nicht zur Schule gehen

Nach Angaben des Flüchtlingshilfswerks UNHCR sind weltweit vier Millionen Flüchtlingskinder von einer Schulbildung abgeschnitten. Die Organisation geht davon aus, dass sich die Situation noch weiter verschlechtert.

Syrien, Leben der Syrer im Schutzzelt (picture-alliance/A.Al Ali)

Ein syrischer Junge schaut in einem Flüchtlingslager in Daraa im Süden Syriens aus einem Zelt (Archivbild)

In einem in Genf vorbestellten Bericht teilte das UNHCR mit, die Zahl der Flüchtlingskinder ohne Möglichkeit auf eine Schulbildung sei 2018 im Vergleich zum Vorjahr um eine halbe Million gestiegen. Ende 2017 wurden von den Vereinten Nationen mehr als 25 Millionen Flüchtlinge erfasst, die vor Krieg und Verfolgung über die Landesgrenzen flohen. Etwa die Hälfte davon seien Minderjährige gewesen, rund 7,5 Millionen Kinder im Schulalter, erklärte das UNHCR.

"Die Hälfte von ihnen hat einen Platz gefunden, die andere Hälfte geht nicht zur Schule", heißt es in dem Bericht. Demnach besuchen nur rund 61 Prozent der Flüchtlingskinder Einrichtungen vergleichbar mit der Grundschule - im Vergleich zu 92 Prozent der Kinder weltweit. Nur 23 Prozent der Flüchtlingskinder besuchen danach auch eine weiterführende Schule, weltweit sind es 84 Prozent aller Kinder. Und nur etwa ein Prozent der Flüchtlingskinder hat dem Bericht zufolge die Möglichkeit, einen höheren Bildungsabschluss zu erreichen - verglichen mit 37 Prozent der Menschen weltweit.

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68,5 Millionen Flüchtlinge: DW-Gespräch mit Andreas Kirchhof (UNHCR) | 20.06.2018

Zukunft der Kinder "unwiderruflich zerstört"

Ein Grund für die Misere seien mangelnde Ressourcen, um einen tragfähigen Unterricht für viele Flüchtlingskinder zu garantieren. Gleichzeitig trieben Konflikte und Gewalt immer mehr Menschen in die Flucht - mit fatalen Folgen. "Ohne Bildung ist die Zukunft dieser Kinder und ihrer Gemeinschaften unwiderruflich zerstört", sagte UN-Flüchtlingskommissar Filippo Grandi laut Mitteilung. Bildung sei für die Flüchtlinge der Schlüssel zum Wiederaufbau ihrer Länder.

Grandi geht davon aus, dass sich die Situation trotz aller Anstrengungen weiter verschlechtert. Das UN-Flüchtlingshilfswerk fordert alle Staaten auf, Flüchtlingskinder im nationalen Bildungssystem zu integrieren und ihnen so die Chance auf gute Abschlüsse zu geben. Weltweit sind laut UNHCR rund 68 Millionen Menschen - darunter fallen auch 40 Millionen Binnenflüchtlinge sowie Asylbewerber - auf der Flucht, so viele wie niemals zuvor seit dem Zweiten Weltkrieg.

hk/uh (dpa, epd)

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