UN-Generalsekretär Guterres fordert Ende der Gewalt in Nicaragua | Aktuell Amerika | DW | 17.07.2018
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Eskalation der Gewalt

UN-Generalsekretär Guterres fordert Ende der Gewalt in Nicaragua

Auch am Wochenende wurde ein Protest brutal niedergeschlagen. Ein Ende der Kämpfe in Nicaragua scheint nicht in Sicht. Erstmals verurteilte UN-Generalsekretär Antonio Guterres die Gewalt in dem mittelamerikanischen Land.

Hunderte Menschen gingen am Montag erneut in Nicaraguas Hauptstadt Managua auf die Straße. Familien tragen die Särge ihrer Angehörigen und fordern Gerechtigkeit für die Opfer der jüngsten Proteste am Wochenende. "Sie waren Studenten, sie waren keine Verbrecher!" Zwölf Menschen waren bei den Demonstrationen am Samstag und Sonntag getötet worden.

Ein Ende der Gewalt in Nicaragua ist nicht in Sicht. "Wir werden nicht aufhören zu kämpfen, bis diese Kriminellen zurücktreten", skandierten Studenten bei den Protesten am Montag.

Nicaragua Masaya Ankunft Daniel Ortega, Präsident (picture-alliance/AP Photo/C. Venegas)

Der 72-Jährige Daniel Ortega (Mitte) ist seit 2007 an der Macht - und will es bleiben

Auch im Ausland wächst die Kritik an der Regierung von Präsident Daniel Ortega. UN-Generalsekretär António Guterres hat einen sofortigen Stopp der Gewalt in Nicaragua gefordert. "Es ist ganz wichtig, die Gewalt sofort zu stoppen und einen nationalen politischen Dialog wiederherzustellen", sagte er auf einer Pressekonferenz im benachbarten Costa Rica.

Erhöhter Druck von außen

So ausdrücklich hatte sich Guterres bisher noch nicht zu dem Konflikt geäußert. Die Menschenrechtsgruppe Human Rights Watch (HRW) hatte Guterres seine bisherige Zurückhaltung vorgeworfen. Der UN-Generalsekretär handele "feige und kraftlos", sagte der Leiter vom HRW in Amerika, José Miguel Vivanco, der Zeitung "La Nación".

Kritische Äußerungen an Ortegas Vorgehen gegen die eigene Bevölkerung kommen auch aus den Nachbarländern. Beim Treffen der Außenminister der Gemeinschaft der Lateinamerikanischen und Karibischen Staaten (Celac) und ihren Kollegen der EU in Brüssel verurteilten 13 lateinamerikanische Länder die Unterdrückung und Missachtung der Menschenrechte in Nicaragua in einer gemeinsamen Erklärung.

In dem bereits seit drei Monaten andauernden Konflikt sollen nach Angaben von Menschenrechtlern mehr als 300 Menschen getötet worden sein. Die Regierung spricht von 50 Toten. Ursprünglich hatten sich die Proteste an einer von Ortega geplanten Rentenkürzung entzündet. Das gewaltsame Vorgehen der Regierung gegen die Demonstranten löste daraufhin eine landesweite Protestwelle aus.

jv/djo (dpa, afp, ap)

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