UN-Generalsekretär Guterres erhält den Karlspreis | Aktuell Deutschland | DW | 30.05.2019
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Internationaler Karlspreis

UN-Generalsekretär Guterres erhält den Karlspreis

Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, António Guterres, ist als europäischer Streiter für eine friedliche Zusammenarbeit der Völker mit dem Internationalen Karlspreis in Aachen ausgezeichnet worden.

Der frühere portugiesische Ministerpräsident bekommt die Auszeichnung für eine Neubelebung und Festigung der multilateralen Zusammenarbeit auf Grundlage der Werte der EU. Die Laudatio hielt der spanische König Felipe VI.. Um die großen Herausforderungen der Menschheit wie die Situation von Flüchtlingen und den Klimawandel anzugehen, müsse Europa gemeinsam handeln, sagte er in seiner Rede. Dazu gehöre es, die UN-Millenniumsziele zu erfüllen und die Vereinbarungen des Pariser Klimaabkommen einzuhalten. Guterres zeige, dass die Suche nach immer engeren Einheit zwischen Völkern und Staaten Europas und das Wohl der Menschheit zusammengehören. 

Karlspreis für UN-Generalsekretär Guterres (picture-alliance/dpa/H. Kaiser)

Der spanische König Felipe VI. würdigte den Guterres als großen Europäer und Weltbürger

"Als Generalsekretär habe ich die Notwendigkeit eines geeinten und starken Europas nie so klar und deutlich gespürt wie jetzt", sagte Guterres in seiner Dankesrede nach der Verleihung des Preises im Krönungssaal des Aachener Rathauses. 

Für seine "großartige Arbeit als Europäer" an der Spitze der Vereinten Nationen habe Guterres Respekt und Unterstützung verdient und "für seine Haltung zu den Herausforderungen des Klimaschutzes und des so dringend notwendigen Multilateralismus", hatte zuvor der Aachener Oberbürgermeister Marcel Philipp erklärt.

Die Feierlichkeiten zur  waren mit einer Messe im Aachener Dom eröffnet worden. Bereits als UN-Flüchtlingskommissar habe Guterres die anwachsende Dramatik der weltweiten Flucht- und Migrationsprobleme immer wieder in die internationale Politik eingebracht, sagte der Aachener Bischof Helmut Dieser während des Gottesdienstes. Als UN-Generalsekretär habe er zudem die existenzielle Bedrohung durch den Klimawandel thematisiert.

Der Internationale Karlspreis zu Aachen gilt als älteste und wichtigste Auszeichnung für Verdienste um die Verständigung und Zusammenarbeit in Europa. Er ist nach Karl dem Großen benannt, der als Vordenker des geeinten Europas gilt und schon zu Lebzeiten als "Vater Europas" bezeichnet wurde. Verliehen wird der undotierte Bürgerpreis seit 1950.

Zu den bisher ausgezeichneten Politikern gehören etwa der französische Präsident Emmanuel Macron (2018), Bundeskanzlerin Angela Merkel (2008) und ihre Amtsvorgänger Konrad Adenauer (1954) und Helmut Kohl (1988, alle CDU), der frühere EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (2015, SPD), der heutige EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker (2006), der frühere US-Präsident Bill Clinton (2000) sowie der ehemalige spanische König Juan Carlos (1982).

Der 1949 in Lissabon geborene Elektroingenieur Guterres war von 1995 bis 2002 Ministerpräsident Portugals, bevor er 2005 Hochkommissar für Flüchtlinge wurde. Er forderte schon früh einen internationalen Schulterschluss zur Bewältigung der aufziehenden Flüchtlingskrise. Seit Januar 2017 ist Guterres Generalsekretär der Vereinten Nationen.

jv/stu (dpa, epd, afp, kna)

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