UN befürchten humanitäre Krise im Kongo | Aktuell Afrika | DW | 16.10.2018
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Zentrales Afrika

UN befürchten humanitäre Krise im Kongo

Nach der Vertreibung von rund 200.000 Kongolesen aus Angola warnt das UN-Flüchtlingshilfswerk vor Hunger und Elend. Die Versorgungslage im Kongo sei prekär, Hunderttausende hätten nicht genug zu essen.

Kongo | Aus Angola abgeschobene illegale Flüchtlinge (Reuters/G. Paravicini)

Helfer der Internationalen Organisation für Migration registrieren am Samstag die Rückkehrer in der kongolesischen Provinz Kasai

Das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) hat angesichts der Vertreibung von rund 200.000 Kongolesen aus dem Norden Angolas vor einer humanitären Krise in der Demokratischen Republik Kongo gewarnt. Tausende Migranten harrten auf der kongolesischen Seite der Grenze aus und tagtäglich kämen mehr Fliehende hinzu, sagte UNHCR-Sprecher Babar Baloch. Ohne eine bessere Zusammenarbeit der beteiligten Regierungen drohe auf der kongolesisches Seite eine humanitäre Notlage, warnte er.

Die Vertriebenen kommen im Kongo vor allem in der in der Krisenregion Kasai an. Die Provinz wird seit Ende 2016 von einem brutalen ethnischen Konflikt erschüttert, der zeitweise rund eine Million Kongolesen zu Binnenflüchtlingen gemacht hatte. Die Versorgungslage dort gilt nach wie vor als prekär, Hunderttausende Menschen haben nicht genug zu essen.

Rückkehr in einen Krisenstaat

"Die Kongolesen kehren in eine verzweifelte Lage zurück, sie suchen nach Sicherheit und Hilfe" erklärte das UNHCR. Tausende Migranten säßen in Grenzorten fest. Der Ort Kamako etwa sei überfüllt, viele Migranten schliefen unter freiem Himmel oder in Kirchhöfen. Manche der Abgeschobenen hätten von Gewalt bei der Vertreibung berichtet. 

Kongo | Aus Angola abgeschobene illegale Flüchtlinge (Reuters/G. Paravicini)

Mit allen Habseligkeiten machen sich diese Menschen am Freitag auf den Weg zurück in die Demokratische Republik Kongo

Die vertriebenen Kongolesen hatten im Nordosten Angolas in improvisierten Minen nach Diamanten und anderen Mineralien geschürft. Die angolanischen Behörden gehen seit Wochen verstärkt gegen zugewanderte Arbeitskräfte aus dem armen Nachbarland Kongo vor. Die Aktion ziele auf "Ausländer mit ungeregeltem Status in unserem Land" ab, sagte ein angolanischer Regierungssprecher. Die Rückkehrer sind vielfach mittellos. "Wir sind ohne Geld in Kamako", sagte die Mutter Dorcas Bakampa der Nachrichtenagentur AFP. "Das wenige, das wir besessen haben, mussten wir verkaufen, um Geld für Essen zu bekommen."

cw/jj (dpa, unhcr.org)

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