231 Betriebe in Bangladesch müssen wegen Umweltverstößen schließen | Aktuell Asien | DW | 21.01.2020
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Umweltschutz

231 Betriebe in Bangladesch müssen wegen Umweltverstößen schließen

Seit Jahrzehnten verschmutzen Gerbereien, Färbereien und Gummifabriken in Dhaka den Fluss Buriganga. Jetzt greift das oberste Gericht Bangladeschs durch und ordnet die Stilllegung der Fabriken an.

Buriganga Fluss Verschmutzung (Bildergalerie) (DW/M. Mamun)

Der Buriganga in Dhaka zählt zu den am stärksten verschmutzten Flüssen in Bangladesch

Auf Anweisung des Gerichts müssen die Behörden zunächst die Strom-, Gas- und Wasserversorgung der betroffenen Gerbereien, Färbereien und Gummifabriken kappen. Das teilte der Rechtsanwalt Manzil Murshid in der Hauptstadt Dhaka mit. Die Kleinunternehmen operierten ohne Genehmigung des Umweltministeriums. Das Urteil werde dazu beitragen, "den Buriganga vor einer Umweltkatastrophe zu bewahren", sagte Murshid, der die Klage gegen die Fabriken vor Gericht vertrat. Murshid vertritt die Organisation "Menschenrechte und Frieden in Bangladesch".

Die staatliche Kommission zum Schutz der Flüsse in Bangladesch (NRCCB) nannte die Entscheidung "einen großen Erfolg". Die Entscheidung werde die Behörden im Umgang mit einflussreichen Fabrikinhabern stärken.

Fabriken schon 2017 umgesiedelt

Hintergrund ist die zunehmende Verschmutzung des Flusses Buriganga, der wegen der jahrzehntelangen Einleitung von Abwässern aus der Textilindustrie inzwischen zu den am stärksten verschmutzten Flüssen der Welt zählt. Nach Angaben von Human Rights Watch leiten Gerbereien täglich 21.000 Kubikmeter Abwasser, das mit Chrom, Blei und anderen Chemikalien belastet ist, in den Buriganga. Auf internationalen Druck hin wurden die Gerbereien 2017 in eine andere Gegend umgesiedelt, doch hunderte illegale Fabriken führten ihren Betrieb fort.

Bangladesch ist der zweitgrößte Textilproduzent der Welt. Die Regierung von Premierministerin Scheich Hasina verstärkte in den vergangenen Jahren ihre Anstrengungen zum Schutz der Gewässer im Land und verbannte illegal errichtete Fabriken und andere Gebäude von den Flussufern. Allein 2019 wurden 4000 ohne Genehmigung errichtete Gebäude in Dhaka von den Behörden abgerissen.

kle/uh (afp, ape)

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