Umweltdreck tötet jährlich 1,7 Millionen Kinder | NRS-Import | DW | 06.03.2017
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Weltgesundheitsorganisation schlägt Alarm

Umweltdreck tötet jährlich 1,7 Millionen Kinder

Umweltverschmutzung und unhygienische Verhältnisse sind für Kinder tödlich: Jedes Jahr sterben nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 1,7 Millionen Kinder unter fünf Jahren daran.

Kinder planschen in der philippinischen Hauptstadt Manila neben einer Müllkippe im Wasser. (picture-alliance/dpa/M.R. Cristino)

Kinder planschen in der philippinischen Hauptstadt Manila neben einer Müllkippe im Wasser.

Das sei etwa jeder vierte Todesfall in diesem Alter, berichtete die WHO in Genf. "Eine verschmutzte Umwelt ist tödlich, vor allem für kleine Kinder", erklärte WHO-Chefin Margaret Chan. Diese seien besonders gefährdet, weil ihre Organe und ihr Immunsystem noch nicht ausgereift seien. Die meisten Kinder sterben in Entwicklungsländern

Gefahr durch Lungenentzündung

Die tödlichen Gefahren lauern laut WHO überall: zum Beispiel Passivrauchen, Einatmen von Rauch beim Kochen auf Feuerstellen, Luftverschmutzung, verseuchtes Wasser und fehlende Toiletten. Kinder erkranken dadurch oft an Durchfall und Lungenentzündung, was bei den Kleinen schnell lebensgefährlich wird. Rund 570.000 Kinder sterben nach den Angaben der Weltgesundheitsorganisation jährlich an Lungenentzündung und anderen Atemwegsinfektionen. Bei 361.000 endet eine Durchfallerkrankung tödlich.

Angesichts dieser Zahlen sieht die WHO großen Handlungsbedarf: Familien in armen Ländern bräuchten eine Möglichkeit zum Kochen und Heizen ohne Rauch, Schulen benötigten gute Toiletten und Gesundheitsstationen sauberes Wasser sowie zuverlässigen Strom. Städte bräuchten mehr Grünflächen und sichere Radwege, der öffentliche Verkehr sollte weniger Emissionen produzieren und die Industrie müsse den Einsatz von Chemikalien zurückfahren und giftige Abfälle besser entsorgen.

 Gift im Elektromüll

Weitere Gefahren für die Gesundheit der Kinder gibt es laut WHO zudem durch den wachsenden Elektro- und Elektronikmüll wie beispielsweise alte Handys. Der Müll setze Kinder Giftstoffen aus, die ihre "kognitiven Fähigkeiten" und ihre Aufmerksamkeit einschränken sowie zu Lungenschäden oder zu Krebs führen könnten. Demnach wird der Elektro- und Elektronikschrott zwischen 2014 und 2018 weltweit um 19 Prozent auf 50 Millionen Tonnen anwachsen.

Auch der Klimawandel beeinflusst nach Angaben der Organisation die Gesundheit von Kindern: Er führt demnach zu höheren Temperaturen und einem Anstieg von CO2 in der Luft. Dadurch steige die Pollenbelastung und als weitere Folge die Zahl der Asthma-Erkrankungen bei Kindern, warnte die WHO.

wl/pab (dpa, afp, epd)