Uli Hoeneß: ″Das war′s″ | Sport | DW | 15.11.2019
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Ende beim FC Bayern

Uli Hoeneß: "Das war's"

Uli Hoeneß erlebt einen Abschied mit großen Emotionen. Der scheidende Präsident des FC Bayern dankt den Mitgliedern für "wunderbare Jahre". Trainer Hansi Flick bekommt Vertrauen ausgesprochen und darf länger bleiben.

Uli Hoeneß kämpfte bei seiner großen Verabschiedung immer wieder mit den Tränen und genoss die Ovationen seiner Fans. Die Mitglieder des FC Bayern applaudierten dem 67-Jährigen geradezu frenetisch, der ein halbes Jahrhundert beim FC Bayern München die Entscheidungen traf . "Es war eine wunderschöne Zeit. Das war's. Ich habe fertig! Danke", rief Hoeneß den Mitgliedern zu.

Bei dem nicht enden wollenden Beifall lächelte der scheidende Präsident glückselig - und bedankte sich. "Sie haben mich 50 Jahre und mehr begleitet. Sie haben mir das Leben schöner gemacht", sagte Hoeneß, der mehrfach um Fassung bemüht war. Seine Ehefrau Susi küsste er auf der Bühne. Hoeneß verneigte sich mit feuchten Augen und war sichtlich stolz: "Nochmals vielen Dank für diese Zuneigung."

Hoeneß ruft zur Geschlossenheit auf

Sein zum Nachfolger erkorener Freund Herbert Hainer (65) konnte am Freitagabend einmal mehr fühlen, in welch "riesige Fußspuren" er treten muss. "Der Verein muss sozial sein, der Verein muss selbstbewusst sein, nicht arrogant", sagte Hoeneß. Er rief die künftige Chef-Riege zur internen Geschlossenheit auf. "Die Gegner sitzen draußen, die dürfen nicht zu Hause sein. Ihr müsst ein starkes Team bilden, ihr müsst stark sein", forderte Hoeneß.

Ohne die Mitglieder und deren überwältigende Unterstützung, das betonte Hoeneß gleich zu Beginn des Abends, wäre er nach seiner Zeit im Gefängnis nicht mehr an die Vereinsspitze zurückgekehrt. "Sie haben mir wunderbare Jahre geschenkt", sagte er. "Uli Hoeneß, du bist der beste Mann", schallte es immer wieder durch die Halle. Bei eindringlichen Klängen trugen die nicht mehr beim FC Bayern aktiven Topspieler Franck Ribéry (AC Florenz) und Arjen Robben (Karriereende) Meisterschale und DFB-Pokal auf die Bühne. Basketball-Geschäftsführer Marko Pesic brachte die Meistertrophäe mit.

In seiner 18 Minuten dauernden Rede blickte Hoeneß auf seine Spielerkarriere und die Anfänge als Manager zurück - und auch auf die Zukunft des Klubs. "Wenn ich vom FC Bayern träume, dann denke ich, da ist ein Tanker, der auf dem Weltmeer entlang gleitet. Der Tanker muss geradeaus fahren und nicht nach links schauen - und schon gar nicht nach rechts", appellierte er. Die 6091 Mitglieder stimmten lautstark zu.

Flick mindestens bis Weihnachten FCB-Trainer

Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge (l.) und Uli Hoeneß (picture-alliance/dpa/T. Hase)

Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge (l.) und Uli Hoeneß

"Diese Jahreshauptversammlung bedeutet eine große Veränderung für den FC Bayern", erklärte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. "Nach 49 Jahren Herzblut für den Verein" heiße es nun Abschied zu nehmen. Frenetisch gefeiert wurde auch Oliver Kahn, der an der Seite von Sportdirektor Hasan Salihamidzic applaudierte. Der frühere Kapitän und Torhüter Kahn wird im kommenden Jahr Vorstandsmitglied und soll dann zum Nachfolger von Rummenigge (64) aufgebaut werden. Kahn genoss den Jubel. "Da hast du viel Arbeit, um diesen Vorschusslorbeeren gerecht zu werden", erklärte Hoeneß.

Den Interims-Coach Hansi Flick begrüßte Hoeneß als "Cheftrainer". "Hansi Flick, unsere Mannschaft hat Borussia Dortmund attackiert, dominiert und am Ende deklassiert", erinnerte Hoeneß an das 4:0 im jüngsten Ligaspiel. "Wenn wir immer so spielen würden wie letzten Samstag, gibt es wenige Mannschaften auf dieser Welt, die uns schlagen können." Von Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge bekam Flick "mindestens bis Weihnachten und möglicherweise auch darüber hinaus" die Verantwortung als Trainer des Profiteams übertragen. "Ich sage voller Überzeugung: Wir vertrauen Hansi Flick", verkündete Rummenigge.

Viele Funktionen für den FC Bayern

In drei verschiedenen Positionen prägte Hoeneß den deutschen Fußball-Rekordmeister: Erst als erfolgreicher Stürmer und Weltmeister von 1974, dann 30 Jahre als Manager und in den letzten zehn Jahren mit einer Unterbrechung wegen einer Haftstrafe als Präsident und Aufsichtsratschef. Sein Mandat im Aufsichtsrat will er bis ins Jahr 2023 weiter ausüben.

Mit zwölf Millionen Mark Umsatz und sieben Millionen Mark Schulden legte Hoeneß als 27-Jähriger am 1. Mai 1979 als Manager beim FC Bayern los. An seinem groß zelebrierten Abschiedsabend durfte er sich einmal mehr über imposante Wirtschaftsdaten freuen. Der Umsatz stieg auf den Rekordwert von 750,4 Millionen Euro in der abgelaufenen Spielzeit. Der Gewinn nach Steuern betrug 52,5 Millionen Euro.

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