Ukrainische Sportlerin sagt Start ab | Winterspiele 2018 in Pyeongchang | DW | 20.02.2014
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Olympia

Ukrainische Sportlerin sagt Start ab

Eine ukrainische Skirennläuferin und ihr Trainer haben wegen der Unruhen in ihrer Heimat ihren Start im Slalom abgesagt. Es sei ein Protest gegen Präsident Janukowitsch - und die Haltung des IOC.

Jahrelang hat Bogdana Mazozka auf diesen Höhepunkt hintrainiert: Olympia in Sotschi. Für die ukrainische Skirennläuferin die große Chance, sich mit den Besten der Welt zu messen und als einzige weibliche Teilnehmerin der Ukraine in den Ski-Alpin-Wettbewerben die Farben ihres Landes zu vertreten. Doch nun wird sie nicht am Slalomlauf teilnehmen: Aus Protest gegen das brutale Vorgehen der ukrainischen Regierung gegen Oppositionelle in Kiew zieht sich Mazozka gemeinsam mit ihrem Vater und Trainer Oleg Mazozki vom abschließenden Wettkampf der alpinen Skirennläufer in Sotschi zurück.

"Wir sind entrüstet über die Handlungen des Präsidenten und der Regierung. Wir haben beschlossen, nicht mehr anzutreten, obgleich wir die Ukraine sehr lieben", sagten beide am Donnerstag (20.02.2014) dem ukrainischen TV-Sender "1+1". Zunächst wollten Mazozka und ihr Vater umgehend aus Sotschi abreisen. Jedoch entschieden sie sich nach einem Gespräch mit dem ukrainischen NOK-Präsidenten Sergej Bubka gegen eine vorzeitige Abreise.

"Solidarität mit den Kämpfern auf den Barrikaden"

Eishockey Fan in Sotschi (Foto: dpa)

Zwischen Olympia und Protesten: Ukrainische Fans in Sotschi

Mazozka, die in Lemberg Sport studiert hat, fährt seit 2006 für das nationale Skiteam der Ukraine. In Sotschi landete sie nicht auf den vorderen Plätzen, schlug sich aber achtbar: Im Super-G wurde die Ukrainerin 27., im Riesenslalom belegte sie den 45. Platz und war noch für einen Start im Slalom am Freitag (21.02.2014) vorgesehen. Ihr Vater schrieb auf seiner Facebook-Seite über Präsident Viktor Janukowitsch: "Statt den Konflikt in Verhandlungen zu lösen, hat er die letzten Hoffnungen der Nation in Blut ertränkt. Aus Solidarität mit den Kämpfern auf den Barrikaden verweigern wir eine weitere Teilnahme an den Olympischen Spielen in Sotschi 2014."

Schweigeminute im olympischen Dorf

Bürgerkriegsähnliche Zustände in Kiew (Foto: ITAR-TASS)

In Gedanken in Kiew, wo auf dem Maidan derzeit bürgerkriegsähnliche Zustände herrschen

Am Vortag hatte das IOC einen Antrag der Ukrainer zurückgewiesen, wegen der vielen Opfer in Kiew Trauerflor tragen zu dürfen. Die ukrainische Delegation reagierte mit Unverständnis und einer Schweigeminute im olympischen Dorf, wie Bubka, der ehemalige Stabhochsprung-Weltrekordler, bestätigte. "Dabei haben wir den Athleten auch gesagt, dass sie Interviews geben dürfen, dass sie über ihre Gefühle sprechen können. Sie können erklären, was sie denken, was in der Ukraine passiert. Das sind unsere Möglichkeiten", so Bubka, der als IOC-Mitglied jedoch auch die Interessen des Dachverbandes berücksichtigen muss.

Das IOC bezog sich beim Verbot von Trauerflor bei Wettkämpfen sowohl im Falle der Ukrainer als auch im Falle von trauernden norwegischen Langläuferinnen (wegen des Todes eines Angehörigen) auf die Olympische Charta, konkret auf den umstrittenen Paragraphen 50.3. Darin wird "jede Demonstration oder politische, religiöse oder rassische Propaganda" an den olympischen Stätten untersagt. Die Ukraine war mit insgesamt 43 Athleten nach Sotschi gereist.

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