Ukraine: Training für eine TV-Redaktion mit großer Aufgabe | Europa/Zentralasien | DW | 22.08.2018
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Europa/Zentralasien

Ukraine: Training für eine TV-Redaktion mit großer Aufgabe

Eine frisch zusammengestellte Redaktion soll in der Ukraine über große Veränderungen berichten: in einem TV-Magazin über die laufende Dezentralisierungsreform. Die DW Akademie machte das Team fit für den Sendestart.

Neue Kollegen, neues Thema, neue Technik: Die Reporterinnen und Reporter testen ihr Arbeitsmaterial. (DW/D. Kleinert )

Neue Kollegen, neues Thema, neue Technik: Die Reporterinnen und Reporter testen ihr Arbeitsmaterial.

Das TV-Studio für das neue Magazin "Spilno", das in Odessa produziert werden wird, ist noch nicht ganz fertig. Die letzten Arbeiten laufen, alle sind mit großem Eifer dabei. Und während im Studio noch geschraubt und gemalt wird, wird nur ein paar Kilometer entfernt noch an den Inhalten für das Magazin gefeilt. Es ist Mitte August 2018 – noch zwei Monate bis Sendestart.

Die Kollegen treffen sich zum ersten Mal

Die DW Akademie und der öffentlich-rechtliche Rundfunk der Ukraine "UA:PBC" bereiten das 15-köpfige Produktionsteam für den Sendestart im Oktober vor. Trainer und Teilnehmer nennen das einwöchige Seminar "Bootcamp" – und es ist tatsächlich so anstrengend wie ambitioniert. Journalistinnen und Journalisten, Kameraleute und Cutter aus vier Regionalsendern sollen zu einer Redaktion zusammenwachsen. In der Schwarzmeerstadt Odessa kommen sie zum ersten Mal zusammen. Bald sollen sie ein wöchentliches TV-Magazin mit Beiträgen aus ihren Landesteilen bestücken. Der Name des Magazins "Spilno" bedeutet passenderweise "gemeinsam".

Letzter Materialcheck vor dem Dreh. Journalistinnen, Journalisten und Kameraleute haben an dem einwöchigen Training teilgenommen. (DW/D. Kleinert )

Letzter Materialcheck vor dem Dreh. Journalistinnen, Journalisten und Kameraleute haben an dem einwöchigen Training teilgenommen.

Auf dem Programm: Kurse zu Storytelling, journalistischen Standards sowie Dreh und Schnitt von ersten Übungsreportagen. Außerdem erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen Überblick über den Stand der Reform zur Dezentralisierung der Ukraine. Das Thema soll im Fokus der Berichterstattung des neuen TV-Magazins stehen.

Spannendes Fernsehen über eine Verwaltungsreform

In vielen Regionen sei die Bevölkerung der Reform sehr passiv oder sogar skeptisch gegenüber eingestellt, sagt Tetiana Fedorkova, Journalistin aus Charkiw im Nordosten der Ukraine. "Ich freue mich darauf, mit dem neuen Magazin einen Beitrag leisten zu können, damit die Menschen bei uns den Sinn und Nutzen der Reform besser verstehen können", sagt die 28-Jährige.

Der letzte Schliff am Text. Die Journalistinnen und Journalisten werden ab Oktober in vier verschiedenen Teilen der Ukraine ihre Beiträge produzieren. (DW/D. Kleinert )

Der letzte Schliff am Text. Die Journalistinnen und Journalisten werden ab Oktober in vier verschiedenen Teilen der Ukraine ihre Beiträge produzieren.

Im Kern geht es bei der Reform darum, die Selbstverwaltung auf der Gemeindeebene zu stärken und den kommunalen Verwaltungen mehr Kompetenzen und finanzielle Mittel zu geben. Sie sollen so Probleme vor Ort besser lösen können.

Wie kann der Produktionsablauf im Team aussehen? Die Kollegen müssen ihre Routinen erst finden. (DW/D. Kleinert )

Wie kann der Produktionsablauf im Team aussehen?

Für Oleksij Sylyno, Redaktionsleiter des neuen TV-Magazins, ist diese Reform immens wichtig: "Erst mit dieser Reform werden die neuen Verwaltungseinheiten ihren sozialen Verpflichtungen gegenüber ihren Bürgern gerecht werden können", sagt der 33-Jährige. "Genau deshalb ist es so wichtig, aus allen Regionen des Landes über den Stand der Reform zu berichten", sagt Sylyno.

Die Redaktion muss lernen, sich zu organisieren

Im Rahmen des "Bootcamps" legen Sylyno und sein Team auch die Produktionsabläufe fest. Viel Zeit bleibt nicht mehr, denn bereits im Oktober wird das neue knapp halbstündige Magazin einmal pro Woche auf Sendung gehen. Bis dahin gilt es, die Arbeitsabläufe abzustimmen und das neue Equipment ausgiebig zu testen.

Am Ende des Bootcamps: erschöpft, aber voller Tatendrang. Die Arbeit geht jetzt erst richtig los! (DW/D. Kleinert )

Am Ende des "Bootcamps": erschöpft, aber voller Tatendrang. Die Arbeit geht jetzt erst richtig los!

Die Woche intensiver Arbeit schweißt Journalistinnen und Journalisten und Kameraleute zusammen. Oleksij Tkachenko, mit 45 Jahren einer der Ältesten im Team, arbeitet seit mehr als 20 Jahren als Kameramann. Bevor er zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk stieß, hat er für viele private TV-Sender gearbeitet. Dort sei Journalismus immer mit PR oder den Interessen der Eigentümer vermischt worden, sagt Tkachenko. "Jetzt", sagt er, "können wir endlich Journalismus ausschließlich für die Interessen der Zuschauer machen".

Die DW Akademie und "UA:PBC" werden der Redaktion des TV-Magazins weiterhin mit Rat und Tat zur Seite stehen.

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