Ukraine: ″Junges Land mit 1000-jähriger Geschichte″ | Aktuell Europa | DW | 24.08.2021
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Europa

Ukraine: "Junges Land mit 1000-jähriger Geschichte"

Der Präsident der Ukraine erinnert an eine Tradition, die viel weiter zurückreicht als 30 Jahre. Damals hatte sich Kiew von der Sowjetunion gelöst.

Ukraine - Militärparade in Kiev

"Wir brauchen internationale Unterstützung": Präsident Wolodymyr Selenskyj

Mit großen Militärparaden hat die Ukraine den 30. Jahrestag ihrer Unabhängigkeit von der damaligen Sowjetunion gefeiert. 5000 Soldaten marschierten an der Landesführung und internationalen Gästen vorüber. Auch ehemalige Staatschefs, darunter Petro Poroschenko und Leonid Kutschma, wohnten den Feierlichkeiten bei.

Ukraine - Militärparade in Kiev

Die früheren Präsidenten Petro Poroschenko, Viktor Juschtschenko und Leonid Kutschma (v. r. n. l.)

Der amtierende Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte in seiner Rede: "Wir sind ein junges Land mit einer 1000-jährigen Geschichte". Zudem drängte er auf engere Beziehungen seines Landes mit dem westlichen Verteidigungsbündnis NATO und der Europäischen Union. Die Ukraine sieht sich zunehmend durch Russland bedroht und strebt eine Mitgliedschaft in der NATO an.

Größtes Flugzeug der Welt

Auf der Parade wurden unter anderem Panzer, Artillerie und neueste Raketentechnik, aber auch Kampfdrohnen präsentiert. Über dem Zentrum der Hauptstadt Kiew flogen Hubschrauber, Kampfflugzeuge und das größte Flugzeug der Welt, eine Antonow AN-225 "Mrija" (Traum), die bis heute das einzige fertiggestellte Exemplar dieses Typs ist. Auch polnische und slowakische Jagdflieger waren über der Innenstadt zu sehen. An dem Aufmarsch nahmen Abordnungen von Soldaten anderer Nachbarstaaten und von NATO-Ländern wie Dänemark, Kanada und den USA teil.

Ukraine - Militärparade in Kiev

Oft werden die Farben der Nationalflagge auch als Symbole für den Himmel (blau) über reifen Kornfeldern (gelb) gedeutet

Mit einer Schweigeminute wurde an die Soldaten erinnert, die beim Krieg im Osten des Landes gefallen sind. Allein in diesem Jahr wurden nach Angaben der Regierung in Kiew rund 50 Angehörige der Regierungstruppen getötet. Diese kämpfen seit 2014 im Donbass gegen Separatisten, die von Moskau unterstützt werden. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen kamen seither mehr als 13.000 Menschen, darunter zahlreiche Zivilisten, zu Tode. Ein Friedensplan liegt auf Eis.

"Wir können die Krim nicht allein zurückholen"

Ein weiterer Konfliktpunkt ist die völkerrechtswidrige Annexion der Krim durch Russland, die ebenfalls 2014 erfolgte. Bei einem Gipfel zur Zukunft der Krim hatte Selenskyj am Montag um Unterstützung aus dem Ausland gebeten: "Die Ukraine allein wird niemals in der Lage sein, die Krim zurückzuholen. Wir brauchen wirksame internationale Unterstützung." Die Gipfelteilnehmer aus rund 50 Staaten verlangten die Rückgabe der Schwarzmeerhalbinsel an die Ukraine. Sie kündigten allerdings keine konkreten Maßnahmen an.

jj/fab (dpa, rtr, ap)