TUI fliegt wieder nach Ägypten | Aktuell Nahost | DW | 25.09.2013
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Aktuell Nahost

TUI fliegt wieder nach Ägypten

Das Auswärtige Amt rät nicht mehr von Reisen ans Rote Meer ab. Der größte deutsche Reiseveranstalter reagiert und nimmt Ägypten wieder ins Programm. Doch kann im Land von Normalisierung die Rede sein?

Während der heftigen politischen Unruhen im August hatten zahlreiche ausländische Reiseveranstalter ihre Kunden aus Ägypten ausgeflogen und die Reisen ins Land bis auf Weiteres abgesagt, unter ihnen auch TUI Deutschland. Nun gab das Unternehmen bekannt, ab sofort wieder Reisen nach Ägypten anbieten zu wollen.

Das Auswärtige Amt habe seine Lageeinschätzung geändert und rate nicht mehr von Reisen ans Rote Meer ab, hieß es in der Begründung. Man prüfe, ob auch Reisen nach Kairo und Luxor sowie Nilkreuzfahrten wieder angeboten werden könnten, so ein Sprecher.

Christian Clemens, Vorstandsvorsitzender des Unternehmens, sagte: "Vor allem im Sinne unserer ägyptischen Partner wünschen wir uns, schnell wieder zur Normalität zurückzukehren."

Der Ausnahmezustand gilt weiter

Doch es ist fraglich, ob im Land von Normalisierung die Rede sein kann. Seit dem Sturz von Präsident Mohammed Mursi Anfang Juli durch das Militär ist es immer wieder zu Anschlägen und Ausschreitungen gekommen. Das Militär reagierte hart und verhängte am 14. August den Ausnahmezustand über das Land.

Zwar wurde die nächtliche Ausgangssperre vor knapp einer Woche gelockert – Bürger dürfen nun von Mitternacht bis fünf Uhr morgens nicht auf die Straße, statt wie bisher bis sieben Uhr –, doch der Ausnahmezustand gilt weiter, und an Freitagen gilt das Ausgehverbot bereits ab 19 Uhr.

Zeitung der Muslimbrüder verboten

Die ägyptischen Behörden gehen besonders gegen die islamistische Muslimbruderschaft vor, der auch Mursi angehört. Vergangene Woche verbot ein Gericht sämtliche Aktivitäten der Organisation und ordnete die Beschlagnahme ihres Besitzes an.

Zuletzt schlossen die Behörden auch die Zeitung der Muslimbrüder, "Freiheit und Gerechtigkeit", und stürmten deren Zentrale. Dem Blatt werde die Anstiftung zu Gewalt und Terrorismus vorgeworfen, heißt es aus Sicherheitskreisen.

Die Muslimbruderschaft nannte das Gerichtsurteil eine "korrupte und politisch motivierte Entscheidung" und will sich gegen das Verbot ihrer Bewegung wehren. In der Nacht zum Dienstag demonstrierten Anhänger der Islamisten-Organisation in mehreren Städten.

Obama fordert Rückkehr zur Demokratie

Bei der UN-Generalversammlung in New York forderte US-Präsident Obama am Dienstag eine Rückkehr Ägyptens zur Demokratie. Die USA hätten sich nach der Entmachtung von Staatschef Mohammed Mursi Anfang Juli durch das Militär zwar bewusst auf keine Seite geschlagen, sagte er. "Unsere Unterstützung wird aber von dem Fortschritt in Ägypten abhängen, einen demokratischen Pfad einzuschlagen."

Der ägyptische Außenminister Nabil Fahmi bezeichnete die Äußerungen Obamas als "positiv". Er betonte, die USA seien an einer konstruktiven Beziehung zu Ägypten interessiert. Sein Land bezieht aus Washington Militärhilfe in Höhe von jährlich etwa 1,5 Milliarden Dollar.

de/gmf (dpa/epd/rtr)