Türkei: Neue Erkenntnisse zum Tod einer deutschen Familie
19. November 2025
Ein forensischer Bericht über den Tod von vier Mitgliedern einer türkisch-deutschen Familie im Urlaub in Istanbul hat ergeben, dass sie wahrscheinlich Chemikalien im Hotel ausgesetzt waren, berichteten lokale Medien am Mittwoch. "Es wird in erster Linie angenommen, dass sie infolge einer chemischen Vergiftung starben, die durch die Umstände im Hotel verursacht wurde, in dem sie wohnten", heißt es in dem forensischen Bericht, der auf Proben der Mutter und der beiden Kinder basiert. Berichten zufolge wurden in dem Hotel Chemikalien zur Bekämpfung von Ungeziefer wie Bettwanzen verwendet.
Lebensmittelvergiftung wird unwahrscheinlicher
Die Familie, die aus Deutschland in die größte Stadt der Türkei gereist war, um Urlaub zu machen, erkrankte letzte Woche, nachdem sie mehrere beliebte Streetfood-Gerichte im Uferviertel Ortaköy am Fuß einer Brücke über den Bosporus gegessen hatte. Die Wahrscheinlichkeit einer Lebensmittelvergiftung wird laut dem forensischen Bericht aber als gering eingestuft. Doch die Untersuchungen seien noch nicht final abgeschlossen. Die Mutter und zwei kleine Kinder waren vergangene Woche gestorben, der Vater am Montagabend.
Vier Verdächtige in Untersuchungshaft
Inzwischen wurden elf Verdächtige festgenommen. Gegen vier von ihnen wurde der Nachrichtenagentur Anadolu zufolge am Montagabend Haftbefehl erlassen. Dabei handelte es sich um Verkäufer von Süßigkeiten, gefüllten Muscheln und einem Gericht aus Kalbsdärmen (Kokorec) sowie den Besitzer eines Cafés. Ihnen werde fahrlässige Tötung vorgeworfen. Die Familie hatte bei den Verdächtigen gegessen.
fab/haz (afpe, dpa)