Trump will Öffnung von Kirchen erzwingen | Aktuell Amerika | DW | 22.05.2020
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Corona-Krise

Trump will Öffnung von Kirchen erzwingen

"In Amerika brauchen wir mehr Gebete, nicht weniger": Der US-Präsident hat die Gouverneure der Bundesstaaten aufgefordert, Gotteshäuser trotz der Corona-Pandemie sofort wieder zu öffnen.

Kirchen und andere Gotteshäuser wie Synagogen und Moscheen seien "essenzielle Orte, die essenzielle Dienste leisten", erklärte Donald Trump bei einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz im Weißen Haus. Die Gouverneure müssten "das Richtige tun" und deren sofortige Öffnung zulassen. "Wenn sie das nicht tun, werde ich mich über die Gouverneure hinwegsetzen", kündigte der US-Präsident an.

"Einige Gouverneure haben Alkoholläden und Abtreibungskliniken als essenziell erachtet, aber Kirchen außen vor gelassen. Das ist nicht richtig. Ich korrigiere diese Ungerechtigkeit", führte Trump in Washington weiter aus. Er habe die Gesundheitsbehörde CDC angewiesen, zeitnah Richtlinien für die sofortige Wiedereröffnung von Gotteshäusern zu erlassen. Denn, so der Präsident: "In Amerika brauchen wir mehr Gebete, nicht weniger."

Unzuständig

Das föderale System in den Vereinigten Staaten gibt nicht dem Präsidenten, sondern den Gouverneuren in den Bundesstaaten das Recht, Schutzmaßnahmen bei einer Pandemie zu ergreifen. Unklar ist daher, wie Trump sein Versprechen durchsetzen will, die Verantwortlichen in den Bundesstaaten zu überstimmen.

USA Miami | Coronavirus | Beten in Kirche (picture-alliance/dpa/D. Santiago)

Gebet in US-Kirche: essenziell oder nicht essenziell?

Erst vor wenigen Tagen hatte die US-Gesundheitsbehörde berichtet, dass es in einer Kirche in Arkansas im März zu einer massenhaften Ansteckung mit dem Coronavirus gekommen war. Von 92 Menschen, die die Kirche zwischen dem 6. und 11. März besuchten, hätten sich 35 infiziert. Drei Menschen seien gestorben. 26 weitere Infektionsfälle in der Gemeinde seien in Verbindung mit der Kirche gebracht worden.

Die USA sind besonders hart von der Corona-Pandemie betroffen. Wissenschaftler der Johns-Hopkins-Universität haben fast 1,6 Millionen bestätigte Coronavirus-Infektionen verzeichnet. Mehr als 95.000 Menschen kamen schon ums Leben - mehr als in jedem anderen Land.

Ungeachtet dessen dringt Trump bereits seit Wochen auf eine zügige Lockerung der Restriktionen. Dabei dürfte er auch seine Chancen bei der Präsidentenwahl im Blick haben. Konservative Christen sind eine wesentliche Wählergruppe Trumps, deren Unterstützung er für eine Wiederwahl im November braucht.

wa/cw (afp, dpa, kna)

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