Trump wettert gegen die Antifa | Welt | DW | 29.07.2019
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Soziale Medien

Trump wettert gegen die Antifa

Donald Trump findet: Die Antifa ist eine Terrororganisation. Das erregt die Gemüter im Netz. Unter dem Hashtag #IchbinAntifa solidarisieren sich die Menschen in Deutschland gegen den US-Präsidenten.

Donald Trump hat es wieder einmal geschafft und für Aufmerksamkeit in den Sozialen Medien gesorgt: Seitdem er sich am Wochenende dafür ausgesprochen hatte, die Antifa als Terrororganisation einzustufen, solidarisieren sich im Netz unter dem Hashtag #IchbinAntifa immer mehr Menschen gegen seine Idee. Zwar hatten sich in den USA in der jüngeren Vergangenheit nach Zusammenstößen zwischen linken und rechtsgerichteten Gruppierungen gerade konservative Abgeordnete dafür stark gemacht, die Antifa als terroristische Vereinigung einzustufen, dennoch ist nicht ganz klar, wen genau Donald Trump gemeint hat. 

Unter Antifa, kurz für Antifaschistische Aktion, werden allgemein linksradikale und autonome Gruppen und Organisationen bezeichnet, die nach eigenem Selbstverständnis Neonazismus, Antisemitismus, Rassismus, völkischen Nationalismus und rechtsgerichteten Geschichtsrevisionismus aktiv bekämpfen. Die historischen Wurzeln der Bewegung liegen im Kampf gegen Adolf Hitler und Benito Mussolini. Gruppen, die sich selbst als "Antifa" oder "Antifaschistische Aktion" bezeichnen und eine schwarz-rote nach links wehende Doppelflagge im schwarzen Kreis oder ähnliche Symbole verwenden, gibt es in fast allen Staaten Europas und Nordamerikas. Ihre Organisationsformen und politischen Ausrichtungen unterscheiden sich teils erheblich.

Die Verschiedenartigkeit der Gruppierungen hatte den US-Präsidenten jedoch nicht davon abgehalten, verallgemeinernd von "feigen, radikalen, linksextremen Unruhestiftern" zu sprechen. Trump findet: Die Klassifikation als Terrororganisation würde es der Polizei einfacher machen, "ihren Job" zu erledigen.

Abwehrreaktion aus Deutschland

Die Antwort aus dem Netz fällt gerade in Deutschland eindeutig aus: Neben vielen Privatleuten geben unter dem #IchbinAntifa auch einige Politiker Trump Kontra. Zeitweilig war es der meist getwitterte Hashtag auf der Plattform. Zu den prominenten Unterstützern gehört allen voran Bernd Riexinger, Vorsitzender der Partei DIE LINKE. 

Neben Riexinger gehört auch Sven Lehman zu den Unterstützern. Lehman sitzt für die Grünen im Bundestag und setzt sich dort unter anderem für die Rechte der LGBTIQ-Community ein. 

 

Untersützung für Trump aus der rechten Ecke

Dass es allerdings auch Unterstützung für Trumps Idee gibt, zeigt die Reaktion aus den Reihen der rechtspopulistischen Partei Alternative für Deutschland (AfD). Jürgen Braun, Bundestagsabgeordneter aus Baden-Württemberg, möchte, dass die Antifa in Deutschland als Terrororganisation eingestuft wird.

Auch die Hamburger Polizei übt Kritik an der Antifa und verweist in einer Antwort auf den Rechtsexperten Arnd Diringer auf die Gewaltbereitschaft der Antifa bei Demonstrationen.

Der Hinweis aus den Reihen der Sicherheitsbehörden trifft einen wunden Punkt. Viele Antifa-Mitglieder demonstrieren zwar friedlich. Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass einige Mitglieder der Überzeugung sind, dass Gewalt ein legitimes Mittel ist, um gegen faschistische oder rassistische Gruppierungen vorzugehen. So definiert die Anti-Defamation League, eine US-amerikanische Organisation mit Sitz in New York, die gegen Diskriminierung und Diffamierung von Juden eintritt und sich auf Hassverbrechen konzentriert, die Antifa als "einen losen Zusammenhang von Gruppierungen, Netzwerken und Individuen, die an eine aktive, aggressive Opposition gegenüber rechtsextremistischen Gruppierungen glauben" - auch wenn dabei nicht näher spezifiziert wird, wie diese "aggressive Opposition" aussehen soll.

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