Trump von Zinserhöhungen ″nicht begeistert″ | Aktuell Welt | DW | 19.07.2018
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US-Notenbank

Trump von Zinserhöhungen "nicht begeistert"

Eigentlich halten sich US-Präsidenten zurück, wenn es um die Arbeit der Notenbank Fed geht. Doch Donald Trump ignoriert dieses ungeschriebene Gesetz. Er kritisiert vollmundig die Währungshüter.

Mit Blick auf die Zinserhöhungen der Notenbank Federal Reserve stellte er im Fernsehsender CNBC klar: "Ich bin nicht begeistert". Nach jeder Erhöhung wollten die Währungshüter die Zinsen weiter anheben. Dadurch könne der Dollar-Kurs nach oben gehen und das wiederrum könne Nachteile für die USA haben, so Trump.

Trotz seines Unmuts über die Zinserhöhungen fand Trump lobende Worte für den von ihm selbst an die Fed-Spitze berufenen Jerome Powell. Trump bezeichnete den Notenbankchef als "einen sehr guten Mann". Auch wenn er mit der Zinspolitik nicht zufrieden sei, so der US-Präsident, lasse er die Währungshüter natürlich machen, was sie für das Beste hielten. Auch das Präsidialamt betonte, Trump werde sich nicht in die Geldpolitik einmischen.

Die Zinsen sollen weiter steigen

Seit Trumps Amtsantritt im Januar 2017 hat die US-Notenbank fünf Mal die Zinsen erhöht und damit ihre seit 2015 laufende Politik fortgesetzt. Zuletzt hob sie die Leitzinsen im Juni auf die Spanne von 1,75 bis 2,0 Prozent an. Erst am Mittwoch bekräftigte Powell, dass die Zinsen weiter schrittweise steigen werden. Es wird 2018 noch von zwei Erhöhungen ausgegangen.

"Mir gefällt es nicht, dass wir diese ganze Arbeit in die Wirtschaft stecken und ich dann sehe, wie die Zinsen nach oben gehen", sagte Trump. Dies könne den USA Nachteile bringen, weil gleichzeitig die japanische Notenbank und die Europäische Zentralbank ihre lockere Geldpolitik fortsetzten.

Niedrige Zinsen kurbeln die Wirtschaft an, während eine starke Landeswährung wie derzeit der Dollar heimischen Exportunternehmen die Geschäfte tendenziell erschwert. Mit ihren Zinserhöhungen reagiert die Fed auf den anhaltenden Aufschwung in den USA. Am Mittwoch erklärte die Zentralbank in ihrem Konjunkturbericht "Beige Book" aber auch, dass in den US-Unternehmen die Sorge vor negativen Folgen von Trumps Zollpolitik wachse. Notenbankchef Powell warnte zudem vor einem ausufernden Handelsstreit mit immer neuen Zöllen.

"...ist mir völlig egal"

Dem ungeschriebenen Gesetz, dass US-Präsidenten sich aus der Fed-Politik heraushalten, erteilte Trump eine Absage. "Ich sage jetzt nur dasselbe, was ich auch als ein Privatmann gesagt hätte", erklärte Trump. Nun könnte zwar ihm jemand mahnen, dass er das nicht tun solle. "Es ist mir aber völlig egal, was sie sagen, weil sich meine Meinung nicht geändert habe."

Der Dollar gab nach Trumps Äußerungen nach. Auch die Renditen auf US-Staatsanleihen gingen vorübergehend nach unten, während die US-Aktienmärkte ihre Verluste zeitweise eingrenzten.

haz/cvo (rtr, ap)

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