Trump und Erdogan treffen sich nun doch | Aktuell Amerika | DW | 06.11.2019
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Trump und Erdogan treffen sich nun doch

Immer wieder haben die USA oder ihr Präsident die Türkei in jüngster Zeit verärgert. Zuletzt sorgte eine Entscheidung des Repräsentantenhauses für massiven Groll in Ankara. Doch er scheint nicht von langer Dauer zu sein.

Japan Osaka | G20 Gipfeltreffen - Donald Trump und Recep Tayyip Erdogan (Getty Images/AFP/B. Smialowski )

Trump und Erdogan sparen nicht mit harten Worten und können scheinbar doch miteinander - hier Ende Juni in Osaka

Ungeachtet der Spannungen zwischen beiden Ländern wird US-Präsident Donald Trump seinen türkischen Kollegen Recep Tayyip Erdogan in der kommenden Woche im Weißen Haus empfangen. Er freue sich, Erdogan nächsten Mittwoch zu sehen, erklärte Trump nach einem Telefonat mit dem türkischen Staatschef via Twitter. Es sei auch um die türkische Grenze zu Syrien gegangen.

Auch das türkische Präsidialbüro bestätigte Telefonat und Treffen. 

"Die größte Beleidigung unseres Volkes"

Erdogan hatte zuvor die für den 13. November angesetzte Begegnung in Frage gestellt, nachdem das US-Repräsentantenhaus in der vorigen Woche den Völkermord an den Armeniern im Osmanischen Reich anerkannt hatte. Die Türkei als Nachfolgerin des Osmanischen Reiches lehnt eine Einstufung der Massaker während des Ersten Weltkrieges als Völkermord ab. Erdogan reagierte in einer Rede in Ankara erbost auf den Beschluss und sprach von der "größten Beleidigung unseres Volkes". US-Botschafter David Satterfield wurde ins Außenministerium einbestellt.

Wenig später erklärte der türkische Präsident, er wolle erst mit Trump telefonieren, und dann entscheiden, ob er nach Washington fliege. In dem Telefonat habe Erdogan ihn informiert, dass die Türkei "zahlreiche" Kämpfer der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) festgenommen habe, darunter die Ehefrau und eine Schwester des kürzlich getöteten IS-Chefs Abu Bakr al-Bagdadi, twitterte der US-Präsident am Mittwoch weiter.

Syrien | Türkischer Soldat in Tal Abyad (Reuters/K. Ashawai)

Ein türkischer Soldat in der nordsyrischen Stadt Tall Abyad

"Seien Sie kein Narr" 

Ungeachtet ihrer in jüngster Zeit intensivierten Kontakte ist das Verhältnis der beiden Staatslenker beileibe nicht spannungsfrei. Nach einem Telefonat der beiden Präsidenten am 6. Oktober gab Trump überraschend den Abzug amerikanischer Truppen aus Nordsyrien bekannt, kurze Zeit später marschierten türkische Truppen dort ein und begannen ihre Offensive gegen die Kämpfer der kurdischen YPG-Miliz.

Doch nur wenige Tage später drohte Trump der Türkei mit "vollständiger Zerstörung". Am 9. Oktober dann schrieb der US-Präsident seinem türkischen Kollegen einen Brief, in dem er ihn aufforderte, an einem "guten Deal" mit ihm zu arbeiten.

Trump Brief an Erdogan (Reuters/The White House)

Trumps Schreiben an Erdogan

Dann drohte Trump nochmals: "Sie wollen doch nicht für den Tod Tausender Menschen verantwortlich sein, und ich möchte nicht dafür verantwortlich sein, die türkische Wirtschaft zerstört zu haben - ich bin aber bereit dazu." Mit den Worten "Seien sie kein Narr. Ich rufe Sie später an", beendete er das Schreiben. Die USA verhängten wegen der Militäroffensive Sanktionen gegen die Türkei, zogen diese aber wenig später wieder zurück. 

se/rb (dpa, rtr, ap)

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