Trump: Trotz Waffentests ″Vertrauen″ in Kim | Aktuell Asien | DW | 26.05.2019
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Staatsbesuch in Japan

Trump: Trotz Waffentests "Vertrauen" in Kim

Vier Tage lang besucht US-Präsident Donald Trump Japan. Dabei spielt er Golf mit dem japanischen Premier, trifft den Kaiser - und äußert sich auf Twitter über die jüngsten Raketentests Nordkoreas.

US-Präsident Donald Trump hat trotz der jüngsten Waffentests Nordkoreas "Vertrauen" in Machthaber Kim Jong Un. Nordkorea habe "einige kleine Waffen" abgefeuert, was ihn aber nicht beunruhigt habe, schrieb Trump im Kurzbotschaftendienst Twitter, offenbar mit Verweis auf die Raketentests Anfang Mai. "Ich habe Vertrauen, dass der Vorsitzende Kim sein Versprechen an mich halten wird."

Präsident Trump ist derzeit auf Staatsbesuch in Japan. In seinem Tweet suggeriert er zudem, Kim habe ein "Signal" an ihn gesandt, als der nordkoreanische Machthaber den demokratischen Präsidentschaftsbewerber und Trump-Kritiker Joe Biden als "Schwachsinnigen" und "Idioten mit geringem IQ" bezeichnet hatte. Biden hatte zuvor Kritik an Kim geübt.

Nordkorea ist eines der wichtigsten Themen bei den Gesprächen zwischen Trump und Japans Regierungschef Shinzo Abe. Der US-Präsident und seine Frau waren am Samstag in Japan angekommen. Abe und Trump begannen ihr Treffen mit einer Runde Golf in Tokio. Am Montag wird der US-Präsident vom neuen japanischen Kaiser Naruhito empfangen.

US-Präsident Trump (r.) spielte am zweiten Tag seines Japan-Besuchs Golf mit Regierungschef Abe

US-Präsident Trump (r.) spielte am zweiten Tag seines Japan-Besuchs Golf mit Regierungschef Abe

Nordkorea hatte Anfang Mai mit zwei Raketentests innerhalb einer Woche scharfe Kritik in weiten Teilen der internationalen Gemeinschaft ausgelöst. Experten gehen davon aus, dass Pjöngjang mit den Abschüssen Druck auf die USA in den festgefahrenen Gesprächen zum Abbau des nordkoreanischen Atomwaffenarsenals ausüben möchte.

Handelsvereinbarung aufgeschoben

Ein weiteres wichtiges Thema des amerikanischen Staatsbesuchs sind die Handelsbeziehungen zwischen den USA und Japan. Ebenfalls auf Twitter verkündete Trump dazu, dass er erst nach den Oberhauswahlen in Japan im Juli einen Durchbruch in den Handelsgesprächen zwischen beiden Ländern erwarte.

In den Verhandlungen seien zwar schon "tolle Fortschritte" erzielt worden, schrieb Trump. Vor allem die Themen Landwirtschaft und Rindfleisch spielten eine große Rolle. "Vieles muss aber bis nach ihrer Wahl im Juli warten."

Demonstranten in Tokio protestieren gegen Donald Trump und den japanischen Kaiser

Demonstranten in Tokio protestieren gegen Donald Trump und den japanischen Kaiser

Zum Auftakt seines Besuchs hatte Trump an Samstag fairere Handelsbeziehungen gefordert. Japan habe jahrelang einen "substanziellen Vorteil" genossen, sagte Trump vor Managern in Tokio. Nach dem Abschluss eines Handelsabkommens würden die Handelsbeziehungen "ein bisschen fairer".

Die USA und Japan hatten sich im September auf Verhandlungen über eine Neuordnung der Handelsbeziehungen geeinigt. Der US-Präsident hatte wiederholt das "sehr große Defizit" seines Landes im Handel mit Japan angeprangert. Trumps Androhung von Strafzöllen auf Auto-Importe, die auch japanische Hersteller treffen würden, belasten die eigentlich engen Beziehungen der beiden Länder.

lh/sti (afp, dpa)

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