Trump ruft OPEC-Staaten zu verstärkter Ölförderung auf | Aktuell Europa | DW | 27.04.2019
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Energie

Trump ruft OPEC-Staaten zu verstärkter Ölförderung auf

Gestiegene Ölpreise beunruhigen den US-Präsidenten. Und sie drohen wegen der verschärften US-Sanktionen gegen den Iran weiter zu steigen. Umso nachdrücklicher drängt Donald Trump die OPEC-Länder, mehr Öl zu fördern.

Auf Twitter schrieb US-Präsident Donald Trump, er habe mit Saudi-Arabien und anderen über eine Aufstockung der Erdölfördermengen gesprochen. Alle seien sich einig. Kurz zuvor hatte er gesagt, seine Bemühungen zur Produktionserhöhung durch die Organisation Erdöl exportierender Staaten (OPEC) führten bereits zum Sinken der Spritpreise.

Die Regierung in Riad hatte jedoch am Mittwoch erklärt, sie plane keine höhere Ölproduktion, um Engpässe wegen der verschärften Öl-Sanktionen der USA gegen den Iran zu kompensieren. Die globalen Vorräte stiegen trotz der Krise in Venezuela und der verschärften US-Sanktionen gegen den Iran weiter an, erklärte Energieminister Chalid al-Falih. Saudi-Arabien, der größte Erdölexporteur der Welt, ist einer der wichtigsten Verbündeten der USA in der Region.

Im US-weiten Durchschnitt kostet Normalbenzin derzeit gut neun Prozent mehr als vor einem Monat. Im Vergleich zu Deutschland ist der Treibstoff aber immer noch sehr günstig: Für einen Liter Normalbenzin werden im Schnitt umgerechnet 0,68 Euro fällig. Die USA hatten im November ihre bislang härtesten Wirtschaftssanktionen gegen den Iran in Kraft gesetzt. Die Sanktionen zielen in erster Linie auf die iranische Ölindustrie ab, die größte Einnahmequelle des Landes. Ziel des Weißen Hauses ist es, Irans Ölexporte auf Null zu reduzieren.

Daumenschrauben werden angezogen

Die US-Regierung hatte zu Wochenbeginn angekündigt, noch schärfer als bislang gegen das iranische Ölgeschäft vorzugehen. Ausnahmeregelungen, die acht Drittstaaten bislang weiterhin den Import iranischen Öls erlaubten, werden Anfang Mai beendet. Die Trump-Regierung hatte im November umfassende Sanktionen gegen die iranische Öl- und Bankenbranche verhängt. Betroffen sind davon auch Unternehmen aus Drittstaaten, die in den sanktionierten Bereichen mit dem Iran Geschäfte machen.

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Iran leidet unter Sanktionen (04.04.2019)

Von den Strafmaßnahmen ausgenommen wurden damals für sechs Monate Unternehmen aus China, Griechenland, Indien, Italien, Japan, Südkorea, Taiwan und der Türkei. Schon kurz nach Bekanntgabe des Endes dieser Ausnahmeregelungen versicherte Trump, die Ausfälle in der Ölversorgung aus dem Iran könnten leicht durch Saudi-Arabien und andere OPEC-Mitglieder kompensiert werden. Die Ölpreise haben am Freitag an die Verluste des Vortages angeknüpft und sind weiter leicht gesunken. Marktbeobachter sprachen in London von einem impulsarmen Handel.

Eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums sagte am Mittwoch in Berlin, die Rohöleinfuhren aus dem Iran spielten für Deutschland "so gut wie gar keine Rolle". Die jüngste Entwicklung habe daher keinen relevanten Einfluss auf die Energiesicherheit.

kle/rb (dpa, afp)

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