Trump lässt US-Ölreserven anzapfen | Aktuell Welt | DW | 16.09.2019
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Rohöl-Märkte

Trump lässt US-Ölreserven anzapfen

Nach den Drohnenangriffen auf zwei Ölanlagen in Saudi-Arabien kommt es zu heftigen Turbulenzen an den Rohöl-Märkten. US-Präsident Donald Trump will Versorgungsengpässen vorbeugen.

USA Texas Strategic Petroleum Reserve Standort (picture alliance / dpa)

Bryan Mound in Texas: eines der US-Zentren mit strategischen Ölreserven

Donald Trump genehmigt die Freigabe von Öl aus den strategischen Reserven der Vereinigten Staaten. Ausgehend von dem Angriff auf Saudi-Arabien, "der sich auf die Ölpreise auswirken könnte", habe er, falls erforderlich, die Freigabe autorisiert, twitterte der US-Präsident.

Die Menge habe er noch nicht festgelegt, aber sie werde ausreichend sein, "um die Märkte gut zu versorgen", erklärte Trump. In einem weiteren Tweet drohte er den Angreifern mit einem Vergeltungsschlag. 

Die Ölreserven der USA umfassen nach Angaben des Washingtoner Energieministeriums 630 Millionen Barrel. Saudi-Arabien produzierte im vergangenen Monat rund 9,8 Millionen Barrel Öl pro Tag, wobei ein Barrel 159 Liter entspricht.

Drastischer Produktionsrückgang

Am Samstag waren zwei Ölanlagen des saudischen Staatskonzerns Aramco im Osten des Königreichs angegriffen worden. Die Attacken führten zu einem Einbruch der Ölproduktion des Landes um etwa die Hälfte.

Saudi Arabien Luftbild Ölanlagen (U.S. government/Digital Globe/AP)

Attackierte Ölanlage - auf einem von der US-Regierung veröffentlichten Foto

Zu den Drohnenangriffen bekannten sich die jemenitischen Huthi-Rebellen. Dessen ungeachtet machte das Weiße Haus den Iran dafür verantwortlich. Es gebe Hinweise, dass die Flugkörper aus dessen Richtung gekommen seien - und nicht aus südlicher Richtung aus dem Jemen, sagte ein US-Regierungsvertreter. Saudi-Arabien habe zudem darauf hingewiesen, es gebe Anzeichen, dass auch Marschflugkörper eingesetzt worden seien. An den Ölanlagen seien 19 Einschlagspunkte gezählt worden.

Irans Präsident Hassan Rohani wies die Vorwürfe als "unsinnig" zurück. Die Vereinigten Staaten wollten nur davon ablenken, dass ihr Verbündeter Saudi-Arabien ständig Luftangriffe auf den Jemen fliege und Menschen töte. Die USA müssten eingestehen, "dass ihre Präsenz in der Region die Probleme schafft", fügte Rohani hinzu.

wa/ust (afp, rtr, dpa)

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