Trump lädt Putin nach Washington ein | Aktuell Welt | DW | 19.07.2018
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Diplomatie

Trump lädt Putin nach Washington ein

Nach seinem Treffen mit Wladimir Putin in Helsinki hatte es viel Kritik gegeben. Dennoch oder vielleicht gerade deswegen will US-Präsident Donald Trump den russischen Präsidenten im Herbst in Washington empfangen.

Finnland Helsinki PK Treffen Trump Putin (picture-alliance/dpa/M. Metzel)

Wiederholung gewünscht: Trump und Putin bei ihrem Treffen in Helsinki

Die Aufregung um das Treffen mit Putin in Helsinki ist noch nicht verflogen, da gibt Trump seinen Kritikern auch schon neues Futter: Seine Sprecherin Sarah Sanders teilte auf Twitter mit, Trump habe den Nationalen Sicherheitsberater John Bolton damit beauftragt, einen Besuch Putins in Washington im Herbst vorzubereiten. Trump selbst hatte zuvor schon getwittert, er freue sich auf ein zweites Treffen, bei dem die Themen "Stopp des Terrorismus, Sicherheit für Israel, Verbreitung von Atomwaffen, Cyberangriffe, Handel, Ukraine, Frieden in Nahost, Nordkorea und mehr" besprochen werden könnten.

US-Geheimdienstkoordinator Dan Coats wurde von den Plänen überrascht: "Ich wusste nichts davon", sagte er bei einer Veranstaltung in Colorado. Coats hatte nach dem Treffen von Trump und Putin in Helsinki die Einschätzung der US-Geheimdienste über die russische Einmischung in den US-Wahlkampf 2016 wiederholt und vor Moskaus "andauernden, allgegenwärtigen Bemühungen, unsere Demokratie zu unterwandern" gewarnt.

Putin stärkt Trump den Rücken

Seit Tagen steht Trump wegen seiner widersprüchlichen Aussagen über die russische Einmischung in den US-Wahlkampf parteiübergreifend in der Kritik. Er hatte zunächst gesagt, er sehe Russland nicht in der Verantwortung für die Cyberattacken im Wahlkampf, und stellte sich damit gegen die Erkenntnisse seiner eigenen Geheimdienste. Als selbst enge Verbündete in Stellung gegen ihn gingen, ruderte er allerdings zurück.

Auch bezüglich der geplanten Vernehmung von US-Vertretern durch russische Justizvertreter machte Trump einen Rückzieher. Putin hatte bei der Pressekonferenz nach dem Gipfeltreffen der Vernehmung von zwölf russischen Geheimdienstagenten zugestimmt, gegen die in den USA wegen Einmischung in die US-Präsidentschaftswahl 2016 ermittelt wird - aber nur unter der Bedingung, dass dies auf "Gegenseitigkeit" erfolge. Trump hatte dies zunächst als "interessante Idee" und "unglaubliches Angebot" bezeichnet. Nachdem er dafür jedoch in den letzten Tagen heftig kritisiert worden war, hieß es nun von seiner Sprecherin Sarah Sanders: "Dies ist ein Vorschlag, der in aller Aufrichtigkeit von Präsident Putin gemacht worden ist, doch Präsident Trump ist nicht einverstanden."

Rückendeckung bekam der US-Präsident - wenig erstaunlich - vom russischen Präsidenten. Putin sagte in Moskau, es gebe mächtige Kräfte in den USA, die den Erfolg des Treffens in Helsinki sabotieren wollten. Kräfte, die bereit seien, die amerikanisch-russischen Beziehungen zugunsten eigener innenpolitischer Ambitionen zu opfern. Das Treffen sei ein Erfolg gewesen und habe nützliche Abmachungen hervorgebracht.

Putin war zuletzt im Jahr 2005 in den USA gewesen, auf Einladung des damaligen Präsidenten George W. Bush.

cvo/haz (dpa, rtr)

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