Trump: Klimawandel ist kein Scherz (mehr) | Aktuell Amerika | DW | 15.10.2018
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USA

Trump: Klimawandel ist kein Scherz (mehr)

US-Präsident Trump hat seine ganz spezielle Sicht der Dinge - nicht nur beim Klimawandel. In einem CBS-Interview holt er auch zum Rundumschlag gegen seinen Verteidigungsminister, die EU und Staatschef Putin aus.

US-Präsident Donald Trump hält den Klimawandel inzwischen für Realität, zweifelt aber an einer Verantwortung der Menschheit dafür. "Ich bestreite Klimawandel nicht", sagte Trump in einem Interview des US-Senders CBS. "Aber er könnte sehr wohl wieder zurückgehen. Wissen Sie, wir reden hier über Millionen Jahre." 

Er wisse außerdem nicht, ob Analysen von Wissenschaftlern zuträfen, wonach die Menschheit für die globale Erderwärmung verantwortlich ist. "Wissenschaftler haben eine politische Agenda", meinte der Präsident und fügte hinzu, er wolle durch Klimaschutzmaßnahmen nicht Millionen Jobs und Milliarden Dollar verlieren.

In der Zeit vor seiner Präsidentschaft hatte Trump wiederholt über Warnungen vor dem Klimawandel gespottet und erklärt, er halte die globale Erderwärmung für einen "Scherz".

Washington, US-Präsident Donald Trump spricht während einer Kabinettssitzung im Weißen Haus (Reuters/K.Lamarque )

US-Präsident Donald Trump und Verteidigungsminister James Mattis während einer Kabinettssitzung im Weißen Haus (Archivbild)

Geht Verteidigungsminister Mattis?

In dem Interview befeuerte der Präsident auch Spekulationen über ein mögliches Ausscheiden seines Verteidigungsministers James Mattis aus der Regierung. Es "könnte sein", dass Mattis sein Amt aufgeben werde, sagte Trump. Er warf dem Pentagonchef vor, den oppositionellen Demokraten nahe zu stehen. Gleichzeitig meinte er: "Aber General Mattis ist ein Guter. Wir kommen sehr gut miteinander aus. Er könnte gehen. Ich meine, irgendwann geht jeder." 

Ein Gegenpol zum Präsidenten

Mattis gilt in der US-Regierung als ein Gegengewicht zu Trump und dessen oft harschem Umgang mit den Verbündeten der Vereinigten Staaten. Anfang des Monats hatte der Verteidigungsminister unmittelbar vor seiner Teilnahme am NATO-Rat in Brüssel versichert, die USA stünden "eisern" zu dem transatlantischen Verteidigungsbündnis. Trump hatte dies in der Vergangenheit wiederholt in Frage gestellt.

Im jüngsten Enthüllungsbuch der Reporterlegende Bob Woodward war der US-Verteidigungsminister mit der Aussage zitiert worden, Trump habe die intellektuellen Fähigkeiten eines "Fünft- oder Sechstklässlers".

Belgien Nato-Verteidigungsministertreffen in Brüssel (Reuters/F. Lenoir)

Beim NATO-Rat in Brüssel betonte James Mattis - hier mit Kollegin Ursula von der Leyen - die Bündnistreue der USA

EU nutzt die USA aus 

Der Präsident ging in dem Interview auch auf den Handelsstreit mit der EU ein und warf ihr ein weiteres Mal feindseliges Verhalten vor. "Die Europäische Union wurde gebildet, um uns beim Handel auszunutzen", meinte Trump. "Und das ist, was sie getan haben." Er fügte hinzu: "Niemand behandelt uns viel schlechter als die Europäische Union." 

Im Juli hatten sich Trump und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker darauf geeinigt, den Handelskonflikt beizulegen und die gegenseitig erhobenen Strafzölle auf Industriegüter abzuschaffen. Eine konkrete Abmachung dazu gibt es bislang aber nicht. 

Putin in Anschläge verwickelt 

Ein weiteres Thema bei CBS war der russische Präsident Wladimir Putin. Trump hält eine Verstrickung des Kremlchefs in Attentate für möglich. Trump sagte auf die Frage, ob er zustimme, dass der russische Präsident in Attentate etwa durch Vergiftungen verwickelt sei: "Wahrscheinlich ist er es, ja. Wahrscheinlich." Und meinte weiter: "Natürlich sollten sie das nicht tun." 

Der frühere russische Spion Sergej Skripal und seine Tochter Julia waren im März in Großbritannien mit dem Kampfstoff Nowitschok vergiftet worden und nur knapp dem Tod entkommen. Großbritannien macht russische Agenten für den Giftanschlag verantwortlich. Der Kreml dementiert nachdrücklich.

Helsinki-Gipfel (picture alliance/dpa)

Die Präsidenten Trump und Putin im Juli bei ihrem Gipfel in Helsinki

Der US-Präsident betonte zugleich, im persönlichen Umgang mit Putin trete er "sehr hart" auf. Im Juli, nach einer Pressekonferenz mit Putin nach dem Gipfeltreffen der beiden Präsidenten in Helsinki, war Trump in den USA scharf kritisiert worden. Für Entrüstung sorgte damals, dass sich Trump nicht klar hinter die eigenen Sicherheitsbehörden stellte, die Russland Einmischung in die US-Präsidentenwahl 2016 vorwerfen. 

Trump sagte nun in dem CBS-Interview, die Russen hätten sich in den Wahlkampf eingemischt. "Aber ich denke, dass China sich auch eingemischt hat." Er halte China für das "größere Problem". 

se/fab (ap, dpa, afp, rtr) 

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