Trump: Haben iranische Drohne abgeschossen | Aktuell Welt | DW | 18.07.2019
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Straße von Hormus

Trump: Haben iranische Drohne abgeschossen

Die Sorge vor einer Eskalation am Golf wächst: Ein US-Angriffsschiff feuerte nach Angaben des Präsidenten, weil sich die Besatzung in Gefahr sah. Der Iran behauptet jedoch, keine Drohne zu vermissen.

USS Boxer (Getty Images/U.S. Navy/MCSN Craig Z. Rodarte)

Die "USS-Boxer", ein amphibisches Angriffsschiff der sogenannten Wasp-Klasse (Archivbild)

Die Mannschaft eines US-Marineschiffs hat nach Angaben von Präsident Donald Trump eine iranische Drohne zerstört. Der Flugkörper sei dem Schiff in der Straße von Hormus "sehr, sehr nahe" gekommen und habe die Sicherheit der Crew bedroht, sagte Trump. Mehrere Aufforderungen an die iranische Seite, sich zurückzuziehen, seien ignoriert worden. Daraufhin habe die "USS Boxer" die Drohne als "verteidigende Maßnahme" unschädlich gemacht.

"Es ist die jüngste von vielen provozierenden und feindlichen Aktionen des Irans gegen Schiffe, die in internationalen Gewässern operieren", erklärte der Präsident. Die Vereinigten Staaten behielten sich das Recht vor, ihre Interessen, Einrichtungen und Mitarbeiter zu verteidigen.

Nadelöhr fürs Öl

Trump forderte andere Länder auf, Irans Vorgehen zu verurteilen, ihre eigenen Schiffe bei der Durchfahrt durch die Straße von Hormus zu schützen und künftig mit den USA zusammenzuarbeiten. Durch die Meerenge, die den Persischen Golf mit dem Golf von Oman verbindet, wird fast ein Drittel der weltweiten Ölexporte verschifft. Der Iran droht immer wieder damit, die Straße von Hormus zu blockieren. Dies könnte neben einer globalen Ölkrise auch einen Krieg auslösen.

Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif erklärte in einer ersten Reaktion, ihm lägen keine Informationen über den Verlust einer eigenen Drohne vor. Sein Stellvertreter legte später nach: "Wir haben weder in der Straße von Hormus noch anderswo eine Drohne verloren", twitterte Vize-Außenminister Abbas Arakchi. Er befürchte eher, dass die Amerikaner aus Versehen eine eigene Drohne abgeschossen hätten.

 

Iranische Drohne Shahed-129 (picture-alliance/AP Photo/E. Noroozi)

Iranische Drohne Shahed-129 (Symbolbild)

Der Drohnenabschuss ist das jüngste Ereignis im Konflikt zwischen den USA und der Islamischen Republik. Seit dem Ausstieg Washingtons aus dem internationalen Atomabkommen mit Teheran im Mai 2018 und der Verhängung neuer Sanktionen kommt es in der Golfregion immer wieder zu Zwischenfällen.

Seit Anfang Mai gab es mehrere Angriffe auf Tanker in dem Meeresgebiet, für die Washington den Iran verantwortlich machte. Der Iran stritt jede Beteiligung ab. Ende Juni schossen die iranischen Revolutionsgarden eine US-Aufklärungsdrohne ab, die angeblich den Luftraum der Islamischen Republik verletzt hatte. Washington pocht darauf, dass der Flugkörper in internationalem Luftraum geflogen sei.

US-Sanktionen gegen Atomzulieferer

An diesem Donnerstag teilte der Iran mit, im Persischen Golf seien ein ausländischer Öltanker wegen Schmuggels gestoppt und dessen Besatzung festgenommen worden. Es soll sich um die "Riah" handeln, die unter panamaischer Flagge fährt und zeitweilig einem Unternehmen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten gehörte. Das Standortsignal des Schiffes war am vergangenen Wochenende plötzlich erloschen.

Die USA verhängten derweil neue Strafmaßnahmen gegen Zulieferer des iranischen Atomprogramms. Die sieben Firmen und fünf Personen aus China, Belgien und dem Iran hätten das Unternehmen unterstützt, das für die Uran-Anreicherung in der Islamischen Republik verantwortlich sei, teilte das Finanzministerium in Washington mit. Der Iran habe die Firmen in China und Belgien genutzt, um wichtige Teile für das Atomprogramm einzukaufen.

Teheran hatte zuletzt demonstrativ gegen zwei zentrale Auflagen des Nuklearabkommens verstoßen: Die Islamische Republik überschritt die festgelegte Menge an gelagertem Uran und die Obergrenze für dessen Anreicherung.

jj/bru (dpa, afp)

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